Chemnitz - Was für eine heikle Aktion! Diebe brachen in der Nacht auf Montag in ein Windrad in Chemnitz ein. Dort ließen sie Dutzende Meter Erdungskabel mitgehen.
Das betroffene Windrad gehört zu einem Windpark mit insgesamt sieben Anlagen auf dem Galgenberg im Chemnitzer Ortsteil Rabenstein.
Die Täter hebelten laut Polizei die Eingangstür zum Windradturm auf und machten sich im Inneren der Anlage über die Kabel her. Die Folge: Das Windrad ging automatisch in den Notstopp.
Der Kabel-Klau hätte für die Täter schlimm enden können. Denn bei solchen Aktionen besteht erhebliche Lebensgefahr. Werden stromführende Leitungen durchtrennt, können Kurzschlüsse und gefährliche Lichtbögen entstehen. Der Bundesverband Windenergie warnt: Welche Gefahr besteht, hängt entscheidend davon ab, welche Leitungen die Täter beschädigen. Schutz- und Überwachungseinrichtungen können Fehler erkennen und betroffene Stromkreise abschalten - sicher ist der Eingriff für die Täter deshalb aber keineswegs.
Grund für die Aktion: wahrscheinlich Geld. "In der vergangenen Zeit werden vermehrt Einbrüche und Diebstähle aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise, gerade bei Kupfer, festgestellt", teilte Windpark-Betreiber "eins energie" mit. Der Schrottpreis für Kupferkabel liegt, je nach Kupfergehalt, zwischen 3,50 und 4,50 Euro pro Kilo.
Wie hoch der entstandene Schaden in Rabenstein ist und wie viel Strom während des Stillstands verloren ging, ist derzeit noch unklar. "Der Sachschaden übersteigt den Stehlschaden dabei um ein Vielfaches", so "eins".