Im Chemnitzer Rathaus sind die Bären los: Neue Brunnen-Plastik erstmals zu sehen

Chemnitz - 22 Jahre nach ihrem Verschwinden kehren drei Bären zurück nach Chemnitz - und damit auch der beliebte Bärenbrunnen. Zwei Weltkriege und ein Diebstahl konnten (zum Glück) nicht verhindern, dass das Wasserspiel nun am Getreidemarkt einen neuen Platz findet.

Bildhauer Jochen Müller (63) aus Quedlinburg hat mit der Bronze-Plastik ganze Arbeit geleistet.
Bildhauer Jochen Müller (63) aus Quedlinburg hat mit der Bronze-Plastik ganze Arbeit geleistet.  © Sven Gleisberg

Chemnitzer bekommen die frisch gegossene Bronze-Plastik erstmals im Rathaus zu Gesicht. Dort bleiben die drei Bären bis zum Brunnen-Aufbau im kommenden Jahr.

Anhand von drei Schmalfilmaufnahmen aus den Jahren 1958 und 1969 sowie einer Reihe von Fotografien und Dias konnte der Bärenbrunnen in der Version von 1914 originalgetreu von Bildhauer Jochen Müller (53) nachgebildet werden.

"Ein anderer Bildhauer bearbeitet noch einen Sockel aus Porphyr", so Sandro Schmalfuß (44). Der Historiker hat die Wiederbelebung des Chemnitzer Originals initiiert.

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Aufgestellt wird es am künftigen Gebäudekomplex auf dem Getreidemarkt. Direkt neben dem Rewe-Markt soll ein kleiner Erholungsort samt Bänken geschaffen werden.

Bären wurden im Jahr 2000 gestohlen

Die drei Bären werden samt Brunnenbecken kommendes Jahr am Getreidemarkt stehen.
Die drei Bären werden samt Brunnenbecken kommendes Jahr am Getreidemarkt stehen.  © Sven Gleisberg

Der Brunnen hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Plastik war ein Werk des Bildhauers Otto Pilz (1876–1934). Von 1914 bis 1960 stand sie an der Brückenstraße.

Um ein Haar wäre sie im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Metallspende eingeschmolzen worden. Doch sie galt als zu wertvoll.

Ab 1960 standen die Bären am "Sporthochhaus", überstanden die DDR. 2000 wurden sie von Dieben gestohlen und sind nie wieder aufgetaucht.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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