Chemnitz - Sie gehören zu den treuesten Kameradinnen der Chemnitzer Feuerwehr: Renate Neuber (88) und Gisela Rößler (86) sind seit 60 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Stelzendorf aktiv.
Über zwei Jahrzehnte engagierten sie sich im vorbeugenden Brandschutz und bewahrten zahlreiche Chemnitzer vor Wohnungsbränden. Für ihren langjährigen Einsatz wurden sie am Dienstag im Rathaus von Ordnungsbürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) und dem Amtsleiter der Berufsfeuerwehr, René Kraus (53), mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet.
1966 suchte die Freiwillige Feuerwehr Frauen für den vorbeugenden Brandschutz. Sieben Kameradinnen sowie Neuber und Rößler, die über ihre Ehemänner zur Wehr kamen, wurden dafür geschult.
Mindestens zweimal jährlich kontrollierten sie Wohnungen und Häuser im Chemnitzer Westen, unter anderem in Schönau, Siegmar und Stelzendorf.
An einem Wochenende besuchten sie bis zu 30 Haushalte. Sie prüften Öfen, Abgasführungen, Fluchtwege und die Lagerung von Brennstoffen.
Frauen auch nach der Wende fester Bestandteil der Feuerwehr
Dabei stießen sie mitunter auf gefährliche Nachlässigkeiten. "Manche haben die Wäscheleine über den Ofen gespannt und die nasse Wäsche daran aufgehängt", erinnert sich Neuber. Auch lange Männerunterhosen hätten manchmal gefährlich nah über den Stubenhöfen gehangen. "Die hingen fast bis zum Ofen runter", erzählt sie schmunzelnd.
Nach der Wende wurde der vorbeugende Brandschutz in Privathaushalten eingestellt.
Der Feuerwehr sind die beiden Frauen dennoch treu geblieben. Bis heute helfen sie bei Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür, dem Hexenfeuer und den Weihnachtsfeiern.
"Sie sind ein fester Bestandteil unserer Wehr und haben immer tatkräftig mit angepackt", sagt Wehrleiter Sven Reuter (50).
Was sie nach mehr als sechs Jahrzehnten noch immer begeistert? "Die Zusammenkunft, das Miteinander", sagt Neuber.