Ein Urzeit-Schatz für Chemnitz: Saurierplatte zieht ins Naturkundemuseum
Chemnitz - Sechs Urzeit-Tiere, eng ineinander verschlungen - und ein Museums-Chef im Glück: Das Chemnitzer Naturkundemuseum hat Sachsens "Kronjuwel" bekommen! Die originale Freitaler Saurierplatte zieht als Dauerleihgabe nach Chemnitz.
"Ich bin unendlich glücklich", sagt Museums-Chef Ronny Rößler (61) über den weltweit einzigartigen Schatz, der lange hinter Archivtüren lag. "Es gibt nicht jeden Tag solche Sternstunden."
Der Freitaler Fund ist eine Gesteinsplatte mit darin erhaltenen Saurierresten. Gleich sechs Skelette der Urzeitechse Pantelosaurus saxonicus liegen hier eng verschlungen übereinander: die einzigen bekannten Überreste dieser Tierart weltweit!
Die etwa 1,20 Meter langen Fleisch- bis Allesfresser lebten lange vor den Dinosauriern und gehören zur frühen Verwandtschaft der Säugetiere. Dazu kommen ein Tausendfüßer und zwei Skorpione: ein steinernes Fenster in die Urzeit.
"Mit Dinos kann Sachsen nicht dienen, brauchen wir auch nicht", sagt Paläontologe Frederik Spindler (41). Für den Forscher ist die Entdeckung "ein unverschämter Glücksfall".
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1901 wurden in 300 Meter Tiefe in einer Stollendecke Knochen entdeckt
Dass es davon eine Haupt- und Grundplatte gibt, liegt an der Fundgeschichte: 1901 brach im Freitaler Königin-Carola-Schacht in 300 Meter Tiefe ein Stück der Stollendecke herunter. Darin wurden Knochen entdeckt. Der übrige Teil des Fossils steckte noch oben und wurde ebenfalls geborgen.
Auch Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (67, parteilos) staunt. Fachkollegen hätten den Schatz mit dem berühmten Urvogel Archaeopteryx verglichen. "Wenn ich das jetzt sehe, dann ist das noch beeindruckender", sagt sie.
Warum bekommt Chemnitz das Kronjuwel? Das Museum kennt sich mit dieser Urzeit bestens aus, erforscht auch den Versteinerten Wald. "Deswegen habe ich uns hier schon in Poleposition gesehen", sagt Rößler.
Einen kleinen Haken gibt es: Nach der feierlichen Übergabe verschwindet der Schatz zunächst wieder hinter Schloss und Riegel. Eine Sonderausstellung wird bis Januar 2027 aufgebaut.
Titelfoto: Kristin Schmidt

