Chemnitz - Im Chemnitzer Schloßbergmuseum rückt die Feuerwehr an. Zum Glück nicht wegen eines Feuers, sondern wegen einer neuen Ausstellung. Unter dem Titel "Feuer und Flamme für Chemnitz" geht es ab Sonntag um die Geschichte der Brandbekämpfung unserer Stadt.
Anlass sind gleich zwei Jubiläen: Die Chemnitzer Berufsfeuerwehr wird 160 Jahre alt, die Hauptfeuerwache an der Schadestraße feiert ihr 120-jähriges Bestehen.
Rund 80 Exponate zeigen, wie sich die Löschtechnik vom Mittelalter bis zum Ende des Ersten Weltkriegs entwickelte. Der Schwerpunkt der Schau bildet die Zeit des Deutschen Kaiserreichs.
Ein Hingucker ist eine historische und noch funktionstüchtige "Abprotzspritze" der Chemnitzer Firma W. R. Lippold aus dem Jahr 1893.
Dies ist eine fahrbare Feuerspritze, die zum Einsatz vom Fahrgestell abgeladen beziehungsweise "abgeprotzt" werden konnte. Auch seltene Zeichnungen, alte Fotografien und Modelle von Lösch- und Rettungsgeräten sind zu sehen.
"Es ist ein absolutes, heute unvorstellbares Beispiel für die Leistungsfähigkeit unserer Stadt", sagt Museumsleiter Stefan Thiele (45) mit Blick auf die damaligen Bauleistungen und die Entwicklung der Feuerwehr. Mit dem Wachstum von Chemnitz zum Industriezentrum Ende des 19. Jahrhunderts musste auch die Brandbekämpfung professionalisiert werden.
Die Ausstellung läuft bis zum 28. Februar 2027.