Chemnitz - Trotz Regen ließen sich die Chemnitzer ihr Drachenfest am Stausee Rabenstein nicht vermiesen. Bei der 28. Auflage erinnerten sich die Männer der ersten Stunde anlässlich des 50. See-Jubiläums an die Entstehung und spektakuläre Momente der Geschichte.
Hans-Jörg Herklotz (83), erster Leiter des Stausee-Betriebs, ist die Eröffnung am 8. Mai 1976 im Gedächtnis geblieben: "An dem Tag kamen 25 000 Besucher aus der gesamten südlichen DDR."
Sein Highlight waren an dem Tag die Hochseilartisten "Geschwister Weisheit". Sie fuhren mit einem Motorrad über ein Seil, das über den See gespannt war.
Schon kurz nach der Eröffnung wurde die Anlage ganzjährig genutzt: Im Winter 1976/77 wurde der Stausee erstmals zum Eislaufen freigegeben. "Für die Dicke der Eisschicht haben wir uns an der NVA orientiert, die mit Panzern ab zwölf Zentimetern übers Eis fuhr", erzählte Herklotz.
Auf dem Stausee waren es schließlich 15 Zentimeter unter den Füßen der Besucher.
Wie der See entstand, erklärte Bauleiter Bernd Buschmann (82): "Es gab hier mal drei große Teiche und zwei Bäche aus dem Wald."
Lutz Müller (72) ergänzte: "Mein Vater hatte die Idee, das anzustauen." Der Untergrund musste künstlich verdichtet werden, damit das Wasser nicht im Glimmerschiefer versickerte.
Damals gab es keinen Strand am See, sondern groben Kies. "Dadurch hatten wir nicht einen Badeunfall", sagten sich die Männer stolz. Ihre Erklärung: Weil der Kies unter den Füßen schmerzte, gingen die Leute langsamer ins Wasser und der Körper habe mehr Zeit, sich zu akklimatisieren.