Bus-Warnsignal funktioniert nur auf Knopfdruck: "Schlafende Ampel" in Chemnitz gefährdet Fußgänger

Chemnitz - Wer an der Bahnhofstraße im Bereich der Straße Am Rathaus in Chemnitz die Busspur queren will, sieht eine dunkle Signalanlage. Während an der Straßenbahnüberquerung wenige Meter zuvor ein sogenannter Gelb- oder Wechselblinker vor herannahenden Bahnen warnt, bleibt diese Anlage dunkel. Das sorgt für Verunsicherung.

Der Gelbblinker schaltet sich automatisch ein, die Ampel dahinter nur per Knopfdruck.  © Kristin Schmidt

Viele Fußgänger überqueren dort täglich die Busspur, auf der unter anderem die Linien 21, 31 und 51 in Richtung Rosenhof unterwegs sind. Die Fahrgäste kommen von den Bahnsteigen 5 A und 5 B der Zentralhaltestelle.

Ein Passant berichtet gegenüber TAG24, dass es dort teilweise zu kuriosen Szenen komme. Einige Fußgänger liefen einfach über die Straße.

"Dort ist zwar eine Ampel oder Warnanlage installiert, jedoch ist diese immer aus. Die Leute denken vermutlich, dass die Straße frei ist, wenn kein Warnsignal aufleuchtet." Das Wirrwarr werde dadurch verstärkt, dass wenige Meter zuvor an der Straßenbahnüberquerung der gelbe Wechselblinker aufleuchte, wenn sich eine Bahn nähere.

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Die Stadt klärt auf: "Die Anlage auf Höhe der Delfin-Apotheke ist im Normalzustand ausgeschaltet. Sie soll blinden und sehbehinderten Menschen beim sicheren Überqueren helfen", erklärt eine Sprecherin.

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An dieser Busspur wurde eine sogenannte Dunkelanlage installiert.  © Kristin Schmidt
Die Ampel soll blinden und sehbehinderten Menschen das Überqueren erleichtern.  © Kristin Schmidt
Vorrang beachten heißt es auf der Bahnhofstraße/Ecke Am Rathaus.  © Kristin Schmidt

"Schlafende Ampel" sorgt für Verwirrung

Seniorin Barbara Listing (82) war sich wie viele andere Fußgänger sicher, dass die Anlage kaputt ist.  © Kristin Schmidt

In Fachkreisen wird eine solche Anlage auch Dunkelanlage oder "schlafende Ampel" genannt. Das heißt: "Erst wenn jemand den Taster betätigt, ertönt ein akustisches Signal und die Anlage beginnt zu leuchten", ergänzt das Rathaus.

Für den Betrieb ist die Stadt zuständig. Bei regelmäßigen Wartungen werde die Funktion geprüft.

"Ich habe immer gedacht, dass die Ampel gar nicht geht", sagt die Chemnitzerin Barbara Listing (82). Wenn sie dort unterwegs sei, schaue sie stets nach links und rechts. Auch sie findet die Regelung verwirrend. "Ich würde den Taster für Blinde nicht betätigen, damit die Ampel angeschaltet wird", sagt sie.

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Eigentlich müsse die Ampel automatisch geschaltet sein. Auch sie habe bereits beobachtet, dass Fußgänger dort einfach über die Straße gehen.

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