Geplanter Solarpark in Chemnitz: Investor macht Druck auf wehrhafte Anwohner

Chemnitz - Eine Bürgerinitiative (BI) in Glösa setzt sich gegen den Bau eines rund 26 Hektar großen Solarparks zwischen einer Wohnsiedlung und der A4 zur Wehr. Die Anwohner versuchen, das Projekt auf juristischem Weg zu stoppen. Jetzt erhielten sie unangenehme Post aus dem Umfeld der Investoren.

Katrin Scherwenk (l.) von der Bürgerinitiative Solarpark Glösa mit den Anwohnern Jürgen Knorr (72, l.), Petra Richter (67), Uwe Schubert (66) und Renate Kaufmann (72), die jeweils einen Drohbrief vom Solarinvestor erhalten haben.  © Kristin Schmidt

"Eine Gruppe von 24 Anwohnern hat beim Verwaltungsgericht einen Eilantrag zur Prüfung der Baugenehmigung gestellt", sagt die BI-Sprecherin Katrin Scherwenk (59). "Diese Nachbarn erhielten einen Brief, der offenbar im Auftrag des Bauherren verfasst wurde und von dem sie sich bedroht fühlen."

In dem Schreiben ist von Schadensersatz-Ansprüchen in Millionenhöhe die Rede und von "durch den Baustopp entstehenden Kosten und Einnahmeausfällen durch verzögerte Fertigstellung in Höhe von ca. 3000 Euro täglich".

"Gerade die älteren Leute unter den Klägern waren verängstigt, als sie das Schreiben erhalten haben." Absender ist eine Münchner Projektentwicklungsgesellschaft. Neben der Androhung von Schadensersatz-Forderungen unterstellt das Schreiben der Bürgerinitiative auch, man wolle aus "politischen Motiven die Energiewende behindern".

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Auf Anfrage von TAG24 teilte Absender Tilo Neu-Kauschke von der Centraplan GmbH & SolarInvest Verwaltungs GmbH mit: "Eine 'Bedrohung' war und ist nicht beabsichtigt. In meinem Schreiben wurde lediglich auf einen entstehenden und bereits entstandenen Schaden hingewiesen."

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Katrin Scherwenk (59) hat gemeinsam mit anderen Anwohnern eine Bürgerinitiative gegen den in Glösa geplanten Solarpark gegründet.  © Kristin Schmidt
Der Streifen zwischen der Eigenheimsiedlung in der Ammernstraße und der Autobahn wird derzeit landwirtschaftlich genutzt.  © Kristin Schmidt

Die Bürgerinitiative beauftragte mittlerweile ihren Anwalt mit einer Reaktion auf den einschüchternden Brief: "Er hat die Gesellschaft aufgefordert, solche Anschreiben zu unterlassen", so Scherwenk.

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