Chemnitz - Feierliche Grundsteinlegung trotz Gegenwind: In Chemnitz-Siegmar ist der Startschuss für das umstrittene Holzkraftwerk gefallen. Während die Projektpartner nachhaltige, verlässliche und bezahlbare Energieversorgung versprechen, schlagen Umweltschützer weiterhin Alarm.
Bis Ende 2027 soll die Anlage an der Mauersbergerstraße in Betrieb gehen. Zuversichtlich zeigt sich Daniel Hüttner (50), Chef des Bauunternehmens Gunther Hüttner, das die Bauarbeiten umsetzt: "Vor uns liegt ein enorm anspruchsvolles Projekt, das sich über die Wintermonate erstreckt", sagt er. Dennoch liege man gut im Zeitplan. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 35 Millionen Euro.
Die ersten Arbeiten laufen bereits seit August. Auf der Fläche von rund 1500 Quadratmetern sind erste Rohrleitungen und Vorrichtungen für den Turbinentisch bereits einbetoniert.
In den kommenden Monaten sollen unter anderem Kessel, eine Abgasreinigungsanlage und ein rund 25 Meter hoher Schornstein entstehen.
Auch ein Lager ist geplant, das Brennstoff für zehn bis 14 Tage aufnehmen kann - damit der Betrieb auch bei witterungsbedingten Lieferengpässen im Winter gesichert ist.
Aktivisten mahnen bei Grundsteinlegung: "Für all die geplanten Holzkraftwerke reichen unsere Wälder nicht"
Das Kraftwerk soll nach Inbetriebnahme 16 bis 18 Megawatt Wärme für das Chemnitzer Fernwärmenetz und bis zu sieben Megawatt Strom liefern.
Nach Angaben des Energieversorgers eins deckt die Anlage damit etwa zehn Prozent des städtischen Fernwärmebedarfs. Dafür sollen jährlich rund 100.000 Tonnen Biomasse verbrannt werden - "Holz-Hackschnitzel" aus Waldrestholz oder Straßenbaumschnitt.
"Rund 90 Prozent des Brennstoffs stammen aus einem Umkreis von etwa 250 Kilometern", so der niederländische Anlagenbetreiber "Host".
Doch das Projekt bleibt umstritten. "Für all die geplanten Holzkraftwerke reichen unsere Wälder nicht. So schnell können die Bäume gar nicht nachwachsen", mahnten Aktivisten bei der Grundsteinlegung. "Die sind auf dem Holzweg!"