Nach Infrastruktur-Attacken in Deutschland: So schützt sich Chemnitz vor Sabotage-Angriffen

Chemnitz - 21 Sprengvorrichtungen nahe Hochspannungsleitungen und Umspannwerken haben Ermittler zuletzt allein in Sachsen entdeckt. Nach ähnlichen Angriffen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wurde ein 48-jähriger Verdächtiger festgenommen. Wie gut wäre Chemnitz geschützt, wenn Saboteure hier zuschlagen?

Am Dammweg steht ein Umspannwerk von Energieversorger eins.  © Uwe Meinhold

"Auch unsere Unternehmensgruppe verzeichnet regelmäßig Angriffe auf die IT, aber auch physischer Art", sagt eins-Sprecherin Cindy Haase (46). Dazu gehörten Sachbeschädigungen und Buntmetalldiebstähle, die hohe Schäden verursachten.

Zu wesentlichen Versorgungsausfällen sei es bislang jedoch nicht gekommen. Eins und Netzbetreiber inetz setzten auf mehrfach abgesicherte Systeme, regelmäßige Kontrollen und Übungen mit Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz.

Ob nach der jüngsten Serie weitere Maßnahmen nötig sind, werde geprüft. Details hält das Unternehmen geheim, damit mögliche Täter keine Hinweise auf Schwachstellen erhalten.

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Das Klinikum Chemnitz ist nach eigenen Angaben ebenfalls gerüstet. "Ja, wir sind auf die genannten Szenarien vorbereitet", sagt Sprecherin Claudia Dietz. Bei einem Stromausfall schaltet sich automatisch der Notstrom zu, für Probleme bei Wasser und IT bestehen Ersatzlösungen.

Im schlimmsten Fall könnten Patienten nach einem abgestuften Konzept verlegt werden.

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"Eins"-Chef Roland Warner (62) vor technischen Anlagen des Versorgers. Wie diese konkret vor Angriffen geschützt werden, hält das Unternehmen bewusst geheim.  © Kristin Schmidt

Rathaus: Schutz der kritischen Infrastruktur hat "hohe Priorität"

Blick in die Integrierte Regionalleitstelle Chemnitz: Hier werden Notrufe koordiniert sowie Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert.  © Maik Börner

Auch die Integrierte Regionalleitstelle, bei der die Notrufe über die 112 eingehen, überprüfe ihre Vorsorge regelmäßig. Der Schutz der kritischen Infrastruktur und die Handlungsfähigkeit im Ernstfall hätten "hohe Priorität", erklärt eine Rathaussprecherin.

Die Planungen würden an die aktuelle geopolitische Lage angepasst. Welche Ersatztechnik und Ausweichmöglichkeiten bereitstehen, verrät die Stadt aus Sicherheitsgründen nicht.

Ähnlich zurückhaltend bleibt die Deutsche Bahn. "Für uns ist Sicherheit das oberste Gebot", so ein Sprecher.

Züge sind auf das Zusammenspiel von Weichen und Signalen angewiesen. Schon der Ausfall einzelner Komponenten kann den Verkehr stoppen.  © Hendrik Schmidt/dpa

Es gebe Schutzkonzepte für Gleise, Bahnhöfe oder Signale. Was mit Zügen und Reisenden nach einem erfolgreichen Angriff konkret geschieht, ließ die Bahn allerdings offen.

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