Chemnitz - Nach dem Streit um den XXL-Solarpark in Glösa wartet Chemnitz weiterhin auf neue Regeln für solche Anlagen.
Die Stadt wollte ihre Solar-Strategie ursprünglich bis 2026 überprüfen, doch eine umfassende Auswertung blieb bislang aus. Eine neue Vorlage soll erst im Januar 2027 in den Stadtrat kommen.
"Eine klassische Evaluierung als solches hat nicht stattgefunden", räumt Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) auf eine Ratsanfrage der Linken ein.
Begründung: Es habe nur drei Vorgänge gegeben - in Glösa, an der A72 südlich des Autobahnkreuzes und in Wittgensdorf.
Dabei hatte die Stadt nach dem Beschluss ihrer Solar-Strategie im Juni 2023 ausdrücklich angekündigt: "In drei Jahren wird evaluiert, wie sich die Nachfrage entwickelt hat." Geprüft werden sollte auch, ob die bisherige Vorgehensweise geändert werden muss.
Wie viel Zündstoff das Thema birgt, zeigte Glösa: Nach langen Protesten wurden der ursprünglich rund 26 Hektar große Solarpark auf 18 Hektar verkleinert und die Planung nachgebessert.
Die Baugenehmigung war im Juni 2024 erteilt worden, wurde aber erst ein knappes Jahr später öffentlich bekannt gemacht. Anwohner fühlten sich zu spät informiert. Im Oktober 2025 machte der Stadtrat Druck: Für große Solarparks sollten klarere Regeln her.
Was sich konkret ändern soll, lässt das Rathaus bislang offen. Kütter verweist auf Januar: "Dann wird auch auf die bisherige Entwicklung eingegangen."