Offener Brief an Chemnitzer Stadtrat: Taxi-Unternehmer schimpft auf "Uber-Dumpingpreise"
Chemnitz - Anfang September steht der Chemnitzer Stadtrat zum zweiten Mal vor der Entscheidung, ob Mindestpreise für Fahrdienste wie Uber eingeführt werden sollen. Ein Chemnitzer Taxi-Unternehmer macht in einem offenen Brief an die Stadträte jetzt unmissverständlich klar, warum er sie fordert: Er sieht sein Gewerbe durch die "Dumpingpreise" von Uber existenziell bedroht.
Sein Vorwurf: Uber liege bei den Preisen teilweise 50, in Spitzen sogar mehr als 80 Prozent unter dem Taxi-Tarif. Selbst Stammkunden habe er dadurch verloren.
Gleichzeitig bediene sich Uber "durch seine App-Struktur gezielt der einfachen, schnellen Fahrgäste", während Taxiunternehmen wegen der Beförderungspflicht weiterhin für Ältere, Menschen mit Behinderung und andere "aufwendigere Fahrten" bereitstehen müssten.
"Wettbewerb funktioniert nur dann, wenn alle Beteiligten unter vergleichbaren Bedingungen antreten", so der Taxi-Unternehmer, der in der Öffentlichkeit anonym bleiben möchte.
Diesen Standpunkt teilen auch Linke und SPD, die erneut einen Antrag für Mindestpreise auf die Tagesordnung im Stadtrat gebracht haben.
Ausgerechnet aus den eigenen Reihen kam bei der letzten Debatte Gegenwind. "Fakt ist, dass wir über viele Jahre in Chemnitz ein Taxiproblem hatten", sagte OB Sven Schulze (54, SPD).
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Taxi-Unternehmer fordert Mindestpreise für Uber
Der Taxifahrer hält dagegen: Die Situation habe sich inzwischen deutlich verbessert. "Wir als Branche haben intensiv neue Fahrer ausbilden und einstellen können - nicht durch gesetzliche Erleichterungen, sondern durch eigenen Einsatz."
Er schreibt von rund 350 Arbeitsstunden im Monat, einer Sieben-Tage-Woche und einem vierstelligen Minus.
Seine Forderung an die Stadtpolitik: Mindestpreise für Anbieter wie Uber sowie strengere Kontrollen. Denn für ihn gehe es inzwischen um die Frage, ob er künftig noch investieren kann - "oder ob ich mich auf Rückbau und Personalabbau einstellen muss".
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Sven Gleisberg
