Über 90 und voller Tatendrang: Annelore und ihre Helfer nähen Chemnitz glücklich
Chemnitz - Rund 900 Herzen haben Annelore Krauß (93) und viele Helfer im vergangenen Jahr für alte und schwer kranke Menschen genäht und gestaltet. Am Donnerstag bedankte sich die Initiatorin des KuHa-Projekts "Ein Herz für Chemnitzer Bürger:innen" im Stadtteiltreff an der Uferstraße in Chemnitz persönlich bei den Beteiligten.
Unterstützt wurde sie vom Nähzirkel der Volkssolidarität Chemnitz, der Montessori-Schule und dem Freiwilligenprogramm der Kulturhauptstadt.
"Die Zusammenarbeit war enorm. Wir haben die Menschen mit unserem Projekt der Herzen berühren können. Das gibt uns Kraft, Würde und Wertschätzung. Wir haben gelebte Demokratie gezeigt. Dafür ein riesengroßes Danke!", sagte Krauß.
Die Stoff-Herzen gingen an Krankenhäuser, Wohngruppen, Altenheime und Hospize. "Wenn Sie die Freude gesehen hätten, wie sie ihr Herz liebevoll an sich drückten, vergaß man schnell die Zeit und Mühe", erinnerte sich Krauß.
Krauß war nicht nur Initiatorin, sondern brachte auch ihre jahrzehntelange Näherfahrung.
"Sie gab Workshops mit jungen Menschen und zeigte ihnen verschiedene Fertigungstechniken", sagte Andreas Wolf-Kather (50) von der Volkssolidarität.
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Wie geht es mit dem Projekt weiter?
Das Nähen begleitet Krauß seit ihrer Kindheit. "Meine Mutter war Korsettnäherin. Auch meine Großmutter hat genäht", erzählt sie.
In den 1980er- und 1990er-Jahren arbeitete Krauß als Dozentin und gab 20 Jahre lang Nähkurse an der Volkshochschule. "Wenn man so ein Hobby hat, ist das erfüllend."
Das Projekt soll fortgesetzt werden. Der Nähzirkel plant, aus Stoffresten Delfine zu fertigen und diese einem Kinderhospiz zu übergeben.
Die 93-Jährige möchte sich dagegen "ein bisschen zurückziehen. Das strengt mich sehr an". Nähen will sie aber weiterhin, nur etwas weniger.
Titelfoto: Kristin Schmidt

