Weil er löchrig ist: Neuer Parkplatz erhitzt Gemüter in Chemnitz
Chemnitz - Anwohner der Straße Usti nad Labem 73 bis 115 im Chemnitzer Stadtteil Kappel müssen seit Anfang des Jahres auf einen kostenlosen Parkplatz der Stadt ausweichen, der aus ihrer Sicht erhebliche Schäden aufweist. Dabei steht direkt daneben ein intakter Parkplatz leer. Für viele ist das unverständlich.
"Der Parkplatz, den wir jetzt benutzen, ist unter aller Sau", schimpft Waltraud Schirmer (77). Seit 1996 lebt sie mit ihrem Mann Roland (87) an der Straße. Bis zum 31. Dezember 2025 hatten sie einen Mietstellplatz der GGG Chemnitz. Rund zwölf Jahre zahlten sie dafür etwa 20 Euro im Monat. Dann wurde ihnen gekündigt.
Die Alternative liegt direkt nebenan, ist für die Anwohner aber kaum zumutbar.
"Der Parkplatz sieht aus wie ein Feldweg. An den Zufahrten sind nur Löcher. Das ist nicht normal", sagt Roland Schirmer. Die Schlaglöcher könnten Autos beschädigen und seien auch für ältere Menschen mit Gehhilfen gefährlich. Einige Autofahrer würden inzwischen unerlaubt auf den ehemaligen Mietstellplätzen parken und damit riskieren, abgeschleppt zu werden.
Die Schirmers hatten der GGG vorgeschlagen, die Gebühren zu senken, da die 20 Euro Parkgebühren im Monat für manche Anwohner zu teuer waren. Auf diese Weise könnte man mehr Anwohner erreichen und so die Bewirtschaftungskosten decken. Daraus wurde jedoch nichts.
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Nachfrage nach Stellplätzen rückläufig
Auf TAG24-Anfrage erklärte die GGG weiterhin, eine weitere Bewirtschaftung stehe "in keinem wirtschaftlichen Verhältnis", da die Stellplatzfläche laufende Kosten verursache.
Zudem sei die Nachfrage nach kostenpflichtigen Stellplätzen in dem Wohngebiet gering und rückläufig. In der Nähe gebe es ausreichend Parkmöglichkeiten, womit die GGG auf den kostenlosen Parkplatz verweist.
Dieser weist laut Stadt nur kleine Oberflächenschäden auf. Er sei nicht verkehrsbedenklich und bleibt weiterhin nutzbar. Eine Reinigung sei aufgrund der Nutzung nur eingeschränkt möglich und erkläre die Schmutzablagerungen.
Die Schirmers sind enttäuscht. "Es ist schade, dass der große Parkplatz leer steht", sagt Waltraud Schirmer. Mit ihrer Kritik seien sie nicht allein.
Titelfoto: Kristin Schmidt

