KZ-Aufseherin aus Mittweida stirbt kurz vor ihrem Prozess

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Mittweida - Einer der letzten KZ-Prozesse ist geplatzt. Ein Gericht in Posen (Polen) jagte eine frühere SS-Aufseherin aus dem Außenlager Mittweida mit europäischem Haftbefehl.

Die Gedenkstele für das frühere Frauen-KZ in der Feldstraße in Mittweida.
Die Gedenkstele für das frühere Frauen-KZ in der Feldstraße in Mittweida.  © Falk Bernhardt

Inzwischen ist bekannt, um wen es sich handelte - die 97-jährige Hildegard Luise N. Doch die Suche war zu spät - die Frau starb laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft vor Monaten in Berlin.

Hildegard Luise N. war laut Haftbefehl vom 13. Oktober 1944 bis 13. April 1945 als SS-Aufseherin im Außenlager Mittweida des KZ Flossenbürg.

Das Gericht in Polen warf ihr "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor. N. soll mit den übrigen Wachleuten 500 weibliche Gefangene, darunter 177 Polinnen, gequält oder erschossen haben.

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Im April 1945 soll N. am Todesmarsch der Gefangenen von Mittweida nach Freiberg beteiligt gewesen sein.

Nach dem Krieg ruhte die Akte Hildegard Luise N. 75 Jahre lang.

KZ Flossenbürg in der Oberpfalz: Im Außenlager Mittweida hielten die Nazis rund 500 Frauen gefangen. Zuletzt suchte Polen nach einer SS-Aufseherin. Doch die ist kürzlich verstorben.
KZ Flossenbürg in der Oberpfalz: Im Außenlager Mittweida hielten die Nazis rund 500 Frauen gefangen. Zuletzt suchte Polen nach einer SS-Aufseherin. Doch die ist kürzlich verstorben.  © National Archives, Washington D.C.
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Im Sommer ermittelten polnische Fahnder den Namen der zuletzt in Berlin lebenden Frau. Als das Gericht den Haftbefehl erließ, um ihr den Prozess zu machen, starb sie.

Titelfoto: National Archives, Washington D.C.

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