OB-Wahl in Chemnitz: Wer tritt gegen Schulze an?

Chemnitz - Wer will 2027 ins Chemnitzer Rathaus? Offiziell hat noch keine Partei ihren Kandidaten präsentiert. Doch hinter den Kulissen läuft das Rennen längst - und zwei Namen drängen sich auf: Amtsinhaber Sven Schulze (54, SPD) und Nico Köhler (49, AfD).

Nico Köhler (49, AfD) bringt sich mit scharfer Kritik an Schulze immer wieder in Stellung - ob er wirklich kandidiert, lässt er offen.  © Sven Gleisberg

Vor allem Köhler erhöht den Druck auf Schulze. Der AfD-Kreischef nimmt den Amtsinhaber regelmäßig ins Visier und stellte zuletzt dessen offiziellen Facebook-Auftritt infrage. Mit Blick auf die OB-Wahl forderte er eine "glasklare Trennung zwischen Amtsausübung und politischem Wettbewerb".

Ob Köhler tatsächlich antreten wird, ließ er auf TAG24-Anfrage unbeantwortet. Beim AfD-Kreisverband laufe derzeit eine Mitgliederbefragung.

Danach soll auf einer Aufstellungsversammlung entschieden werden. Weitere Bewerber gebe es bislang nicht.

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Auch Schulze hält sich bedeckt. Eine zweite Amtszeit hatte er allerdings mehrfach angedeutet. Bereits im Januar sagte er in dem Chemnitzer Gesprächspodcast "HausteRein": "Wer mich kennt, der weiß, dass ich vor der Verantwortung nicht wegrenne." Es gebe wenige Gründe, das Erreichte "nicht fortzusetzen“.

Nach TAG24-Informationen will Schulze offenbar zunächst sehen, wer gegen ihn antritt – insbesondere für die AfD. Die SPD sieht jedenfalls keinen Grund zur Eile: "Angesichts der Tatsache, dass die OB-Wahl erst in elf Monaten stattfindet, besteht keinerlei Zeitdruck, hier Entscheidungen herbeizuführen", erklärt der Kreisverband.

Gleichzeitig macht die Partei deutlich, wen sie gern im Rennen sähe: Schulze sei ein "erfolgreicher Oberbürgermeister", genieße großen Rückhalt in der SPD. "Wir würden uns sehr freuen, wenn Herr Schulze im nächsten Jahr wieder als OB antritt."

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Amtsinhaber Sven Schulze (54, SPD) hat eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit offiziell noch nicht erklärt.  © Kristin Schmidt
Wer zieht 2027 ins Chemnitzer Rathaus ein? Noch halten die Parteien ihre Karten bei der OB-Kandidatenfrage auffällig bedeckt.  © Sven Gleisberg

"Mehrere mögliche Kandidaten" bei Union

Susanne Schaper (48, Linke) holte bei der OB-Wahl 2020 rund 16 Prozent der Stimmen.  © Kristin Schmidt

Bei der CDU ist man bei der Suche wohl noch "weit im Feld". Aus Parteikreisen heißt es, Stadträtin Solveig Kempe (45) habe Interesse gezeigt, ihre Kandidatur aber wieder zurückgezogen.

Die Union bestätigt lediglich Gespräche mit "mehreren möglichen Kandidaten". Zugleich steht ein Wechsel an der Parteispitze im Raum: Kreischefin Ines Saborowski (59) will nach TAG24-Informationen am 30. Oktober nicht erneut antreten. Als mögliche Nachfolgerin gilt Bundestagsabgeordnete Nora Seitz (42).

Auch die Linke hält ihren Namen geheim. Dort war bereits von einem "heißen Eisen" und einer "spannenden Kandidatur" die Rede. Ob Susanne Schaper (48) als prominenteste Stadt-Linke erneut Ambitionen hat, blieb unbeantwortet.

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Die Grünen wollten eigentlich bis Ende September Klarheit schaffen. Nun soll erst am 5. November gewählt werden. Bewerbungen würden "erst in den nächsten Wochen erwartet", so der Kreisverband.

Die OB-Wahl findet am 5. September 2027 statt. Ein möglicher zweiter Wahlgang folgt am 26. September.