Angst um vier feste Jobs: Werden Angestellte ins Ehrenamt abgeschoben?

Chemnitz - Bezahlter Job oder Ehrenamt? In Chemnitz kümmern sich vier Frauen im Rathaus um die Interessen von Migranten, Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern. Seit Jahren steht die Frage im Raum, ob die Aufgaben der Beauftragten künftig ins Ehrenamt abgeschoben werden sollen.

Gleichstellungsbeauftragte Franziska Herold (41, r.) bei der erstmaligen Verleihung des Schülersprecherpreises "Bring dich ein!" im Juni.  © Kristin Schmidt

Jetzt gibt es Gerüchte über einen neuen Vorstoß zum Doppelhaushalt 2027/2028. Bestätigt sind sie nicht. Die Stadt erklärt: "Zur Überführung der städtischen Beauftragten in eine ehrenamtliche Tätigkeit gibt es aktuell keine entsprechende Beschlusslage."

Ganz vom Tisch ist die Idee offenbar nicht. Endet ein Arbeitsverhältnis oder eine Wahlperiode, werde die Aufgabenwahrnehmung "kritisch geprüft". Ziel sei "eine wirtschaftliche Aufgabenerfüllung bei sich ändernden Rahmenbedingungen". Welche Stellen konkret umgestellt werden könnten, bleibt offen.

Schon im Oktober 2013 empfahl ein Beratungsunternehmen, die Aufgaben der Ausländer-, Behinderten- und Kinderbeauftragten ins Ehrenamt zu überführen.

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Migrationsbeauftragte Etelka Kobuß (57) vertritt die Interessen der Ausländer in Chemnitz.  © Uwe Meinhold

Im Januar 2025 hauptamtlich für die laufende Wahlperiode bestellt

Diese Bereiche betreuen heute die Beauftragte für Migration Etelka Kobuß (57), für Inklusion Petra Liebetrau (62) sowie für Kinder und Jugendliche Dina Norberger (40).

Hinzu kommt Gleichstellungsbeauftragte Franziska Herold (41). Alle vier wurden im Januar 2025 hauptamtlich für die laufende Wahlperiode bestellt. Diese endet regulär 2029, doch nicht automatisch auch ihre Arbeitsverhältnisse. Für einen Wechsel ins Ehrenamt müsste der Stadtrat zunächst die Hauptsatzung ändern.

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