Hainbrücke muss bleiben: Sonnenberger machen Druck mit neuen Zahlen
Chemnitz - Die Hainbrücke auf dem Sonnenberg wird im November abgerissen. Doch Anwohner, Chemnitzer Jusos und Grüne kämpfen weiter für eine direkte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer in die Innenstadt. Am Sonntag wurde auf der Brücke zum Brunch aufgetischt - und sogar Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) kam.
Die Jusos hatten den Chef der Bauverwaltung persönlich eingeladen: Er sollte sich anhören, was der Abriss für Anwohner bedeutet, und mit ihnen über Ersatz sprechen.
"Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz der Leute", sagt Juso-Chef Marius Franke.
Und die Brückenretter hatten mehr dabei als Frühstück: Sie präsentierten ihre eigenen Zahlen zur Nutzung der Brücke.
Laut Franke kamen sie bei ihren tagelangen Zählungen auf rund 90 Querungen pro halbe Stunde. Für einen Tag errechnet die Initiative daraus ungefähr 1700 Nutzungen. Das ist eine Hochrechnung, keine durchgehende Tageszählung.
Für Karola Köpferl (35) vom "Bündnis Brücke" geht es ohnehin um mehr als Statistik: Sie nutzt den Übergang im Rollstuhl auf dem Weg zur Straßenbahn und zur Arbeit. "Die Brücke braucht es einfach."
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Doch die Brücke soll bald fallen. Der Baubürgermeister verweist auf Risse und Schäden am Beton - ein zusätzliches Gutachten sieht ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Selbst eine Sperrung reiche nicht, weil unter der Brücke Züge fahren.
Einen Neubau hatte der Stadtrat abgelehnt. Die oft genannten zehn Millionen Euro an Kosten beruhen laut Stadt aber nur auf einer groben Schätzung.
Franke will nicht hinnehmen, dass die wichtige Verbindung zwischen Sonnenberg und Innenstadt einfach so verschwindet: "Das kann ja nicht sein, dass man hier eine Barriere schafft, eine Brücke wegreißt und erst dann auf Druck über Ersatzlösungen redet."
Kütter habe zugesagt, erneut Ersatzmöglichkeiten zu prüfen.
Titelfoto: Uwe Meinhold

