Warten auf den Wasser-Nachschub: Warum stockt die Knappteich-Rettung?
Chemnitz - Der Knappteich in Chemnitz hat "Durst", doch der geplante Wassernachschub bleibt aus. Weil der Pegelstand des kleinen Gewässers im Yorckgebiet seit vielen Jahren sinkt, sollte das Regenwasser der angrenzenden Wohnblocks hineingeleitet werden. So wollte es der Stadtrat. Doch die Stadt erklärt: technisch machbar, aber derzeit nicht finanzierbar.
Wegen erheblicher Umbaukosten und der angespannten Haushaltslage werde das Vorhaben in Abstimmung mit den Wohnungsunternehmen "nicht weiter verfolgt", bestätigt das Rathaus auf Anfrage.
Ein weiteres Problem fließt von den Dächern: Eine Wasserprobe am Wohnblock Zeisigwaldstraße ergab eine deutliche Schadstoffbelastung. Neben rund 119.000 Euro für die Leitungen wären etwa 85.000 Euro für die Reinigung nötig.
Für Andreas Wolf-Kather (51), der jahrelang für den Knappteich gekämpft hat, ist das ein bitterer Rückschlag.
"Das ist natürlich sehr bedauerlich", sagt der frühere Stadtrat (Bürgerbündnis Solidarität).
Es geht um mehr als einen schönen Blick aufs Wasser
Wolf-Kather erinnert an frühere Sanierungsbeschlüsse und den langen Einsatz der Bürgerinitiative vor Ort. Für ihn geht es um weit mehr als einen schönen Blick aufs Wasser: "Dieser Teich hat eine große Bedeutung auch als Erholungsoase."
Gerade im Yorckgebiet mit seinen vielen älteren Bewohnern müsse man auch an den Schutz vor Hitze denken. Wasserflächen, Verdunstung und Lebensqualität gehörten zusammen.
Sein Appell: "Das sollte man nicht voreilig beiseitelegen, weil die Finanzlage schlecht ist."
Auch Ulrich Oehme (66, AfD) kritisiert den Stillstand: "Eine gute Idee wird nicht dadurch besser, dass man sie so lange reglementiert, bis sie nicht mehr umsetzbar ist."
Titelfoto: Kristin Schmidt

