Chemnitz - Die "schlafende Ampel" an der Bahnhofstraße im Bereich der Straße Am Rathaus im Chemnitzer Zentrum wird immer mehr zum Risiko für Fußgänger und Radfahrer. Jetzt wurde ein sechsjähriges Mädchen von einem Bus angefahren, weil die Ampel nur bei Aktivierung funktioniert. Papa Chris Dietrich (42) ist sauer - und hat Forderungen an die Stadt.
Als der Familienvater am Donnerstagnachmittag mit seinen beiden Töchtern per Fahrrad die Bahnhofstraße von der Zentralhaltestelle in Richtung Rathaus überqueren wollte, zeigte die Ampel für Fußgänger "Grün".
Doch auf halber Strecke passierte es: Chris' jüngste Tochter Matilda (6) wurde von einem Bus (Fahrer: 25) angefahren, als sie die Straße überquerte. Der Unfall war heftig, erzählt der 42-Jährige: "Sie ist zehn Meter geflogen."
Seitdem liegt Matilda aufgrund ihrer schweren Verletzungen im Krankenhaus. "Das hätte auch tödlich ausgehen können." Glück im Unglück: Der Zustand der Kleinen ist stabil - dieses Wochenende kann sie wohl wieder entlassen werden.
Die "schlafende Ampel" in diesem Bereich war schon mehrere Male ein Gefahrenpunkt. Denn die Anlage wird nur auf Betätigung von Fußgängern oder Radfahrern eingeschaltet.
So denken viele Passanten, dass man über die Straße gehen kann, wenn die Ampel nicht leuchtet oder ein Signal ertönt.
Vater fordert 20er-Zone und dauerhaft aktive Ampel
Damit will sich Chris Dietrich nicht abfinden. Er hat zwei Forderungen an die Stadt: "Hier soll eine 20er-Zone eingerichtet werden", erklärt der Unternehmensberater. Dies soll Auto- und Busfahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit mahnen.
Die zweite Forderung: dass die Ampel automatisch - und nicht nur per Knopfdruck funktioniert.
Brisant: Während der Familienvater mit TAG24 am Unglücksort sprach, wäre eine Passantin um ein Haar wieder von einem Bus angefahren worden. Auch diesmal war die Ampel ausgeschaltet.