TAG24 Ethik Richtlinien
Die journalistische Arbeit bei TAG24 basiert auf klaren ethischen Grundsätzen, die Vertrauen schaffen und Mitarbeitern wie Lesern Orientierung geben. Als Medienmarke trägt TAG24 Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit, unseren Quellen und der demokratischen Gesellschaft. Deshalb verpflichten wir uns zu unabhängiger, wahrheitsgemäßer und sorgfältig geprüfter Berichterstattung. Unsere Inhalte entstehen frei von unzulässigen Einflüssen und folgen dem Anspruch, Fakten transparent und nachvollziehbar darzustellen. Fehler erkennen wir an und korrigieren sie offen und direkt nach Bekanntwerden. Auch Fehler, auf die uns Leser aufmerksam machen, werden umgehend geprüft und korrigiert.
Wir achten die Würde und Rechte aller Menschen und berichten respektvoll, auch bei sensiblen Themen.
Redaktionelle Entscheidungen treffen wir in der Redaktion von TAG24 nach journalistischen Kriterien – nicht nach politischen Interessen. Unsere Arbeit ist geprägt von Fairness, Ausgewogenheit und dem Willen, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen. Diese Leitlinien bilden die Grundlage des täglichen Handelns bei TAG24 und unserer publizistischen Verantwortung.
Wahrheit und Transparenz
Die Journalisten bei TAG24 sollen ehrlich, fair und mutig sein, wenn es darum geht, Informationen zusammenzutragen, sie darzustellen und zu interpretieren. Die Richtigkeit der Informationen von allen Quellen müssen geprüft werden. Neben Mut braucht es auch eine notwendige Vorsicht, um nicht versehentlich Fehler zu machen.
Absichtliche Verzerrung ist bei TAG24 weder erwünscht, noch erlaubt. Es werden gewissenhaft die in der jeweiligen Berichterstattung vorkommenden Personen kontaktiert, um ihnen die Gelegenheit zu geben, auf eventuelle Vorwürfe zu reagieren.
Wenn möglich, gibt TAG24 die Quellen und oder Informanten an. Nur, wenn diese Schutz verlangen oder auf diesen sogar angewiesen sind, um schadensfrei zu bleiben, anonymisiert TAG24 Quellen bzw. Informanten. Der Quellenschutz ist ein Grundrecht und TAG24 sieht ihn als ein zentrales journalistisches Prinzip. Er garantiert Informanten, dass ihre Identität geheim gehalten wird.
Bei der Bewertung der Information von Quellen bzw Informanten, werden bei TAG24 immer die Motive von Informanten hinterfragt, bevor ein Versprechen der Anonymität gegeben wird.
Unsere Recherchemethoden
TAG24 recherchiert nach den Grundsätzen journalistischer Sorgfalt, Fairness und Verhältnismäßigkeit. Informationen werden nach Möglichkeit anhand mehrerer voneinander unabhängiger und belastbarer Quellen geprüft. Dabei bevorzugen wir Primärquellen wie amtliche Dokumente, Gerichtsunterlagen, wissenschaftliche Studien, offizielle Statistiken, Originalaussagen, Vor-Ort-Recherchen und direkte Stellungnahmen.
Wir prüfen Informationen nicht nur auf ihren Wahrheitsgehalt, sondern auch auf ihren Kontext: Wer macht eine Aussage? Welche Interessen könnten hinter einer Quelle stehen? Was ist gesichert, was ist eine Einschätzung und was noch ungeklärt? Wenn eine Information nicht abschließend verifiziert werden kann, machen wir diese Unsicherheit in der Berichterstattung deutlich.
Vorwürfe gegen Personen, Unternehmen, Organisationen oder Behörden werden nicht ungeprüft übernommen. Betroffene erhalten – soweit dies journalistisch möglich und angemessen ist – Gelegenheit zur Stellungnahme. Ihre Antwort oder der Hinweis, dass bis zum Redaktionsschluss keine Antwort vorlag, wird in die Berichterstattung einbezogen.
Grenzen unserer Recherche
Bei der Beschaffung von Nachrichten, personenbezogenen Daten, Bildmaterial und sonstigen Informationen wendet die Redaktion von TAG24 keine unlauteren Methoden an. Dazu gehören insbesondere Täuschung, Druck, Belästigung, rechtswidrige Datenerhebung oder die Ausnutzung einer persönlichen Notlage. Der Pressekodex untersagt ausdrücklich unlautere Recherchemethoden.
Verdeckte Recherche oder das Arbeiten unter einer nicht offengelegten Identität ist nur in Ausnahmefällen zulässig und wird nur angewendet, wenn ein erhebliches öffentliches Interesse besteht, die Informationen mit offenen Mitteln nicht zu beschaffen sind und der Eingriff sorgfältig gegen mögliche Folgen für Betroffene abgewogen wurde. Über solche Vorgehensweisen entscheidet bei TAG24 die Chefredaktion oder die Redaktionsleitung.
Manipulationen von Fotos, Videos, Tonaufnahmen oder Dokumenten sind für TAG24 unzulässig. Technische Bearbeitungen dürfen nur der Verständlichkeit dienen und dürfen Aussagegehalt oder Kontext nicht verändern. Symbolbilder, Archivmaterial, KI-generierte Inhalte, Nachstellungen sowie bearbeitete oder zusammengesetzte Darstellungen kennzeichnen wir eindeutig, sofern eine Verwechslungsgefahr mit authentischem Nachrichtenmaterial bestehen kann.
Quellen- und Informantenschutz
Die Redaktion von TAG24 behandelt Hinweise, vertrauliche Quellen und Informanten verantwortungsvoll. Wenn Menschen Informationen nur unter Zusicherung von Vertraulichkeit geben können, schützen wir ihre Identität im Rahmen der geltenden rechtlichen Bestimmungen und journalistischen Sorgfaltspflichten. Anonyme Quellen werden nicht leichtfertig eingesetzt: Die Redaktion von TAG24 prüft ihre Glaubwürdigkeit, ihr mögliches Eigeninteresse und sucht, sofern möglich, nach unabhängigen Bestätigungen.
Anonymität dient in der Berichterstattung von TAG24 dem Schutz von Quellen, nicht der Verbreitung unbelegter Behauptungen. Aussagen anonymisierter Quellen, sofern sie von TAG24 verwendet werden, müssen deshalb besonders sorgfältig geprüft und so präzise wie möglich eingeordnet werden.
Umgang mit Betroffenen
Menschenwürde und Persönlichkeitsschutz
TAG24 achtet die Würde, das Privatleben und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung jedes Menschen. Eine Berichterstattung bei TAG24 kann für Betroffene weitreichende Folgen haben. Deshalb wägen unsere Mitarbeiter das öffentliche Informationsinteresse gegen schutzwürdige persönliche Interessen ab – insbesondere bei identifizierender Berichterstattung.
Namen, Fotos, Wohnorte, Familienbeziehungen oder andere identifizierende Details veröffentlichen wir nur, wenn sie für das Verständnis eines Vorgangs erforderlich sind und/oder das öffentliche Interesse die schutzwürdigen Interessen der betroffenen Person überwiegt. Der Presserat betont, dass insbesondere Opfer, Kinder und Jugendliche sowie Angehörige und sonstige unmittelbar betroffene Dritte in der Regel nicht identifizierend dargestellt werden sollen.
Schutz von Opfern und Angehörigen
Opfer von Straftaten, Unfällen, Katastrophen und anderen belastenden Ereignissen behandeln wir mit Zurückhaltung. Für das Verständnis eines Unfall-, Unglücks- oder Tathergangs ist die Identität eines Opfers meist nicht relevant. Namen und identifizierende Fotos werden daher grundsätzlich nicht veröffentlicht, sofern keine ausdrückliche Einwilligung vorliegt oder ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht.
Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Personen
Bei Kindern, Jugendlichen, Menschen in akuten Krisen, Erkrankten, Trauernden und anderen schutzbedürftigen Personen gelten besonders strenge Maßstäbe. Recherchen erfolgen zurückhaltend, respektvoll und nur dann, wenn ein deutliches öffentliches Interesse besteht. Der Pressekodex verlangt ausdrücklich besondere Zurückhaltung bei der Recherche gegenüber schutzbedürftigen Personen.
Interessenkonflikte
Redaktionelle Unabhängigkeit
TAG24 berichtet unabhängig von politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und sonstigen sachfremden Interessen. Redaktionelle Entscheidungen werden nicht durch Werbekunden, Kooperationspartner, Eigentümerinteressen, politische Akteure oder persönliche Beziehungen beeinflusst.
Redaktion und Vermarktung sind klar voneinander getrennt. Werbung, bezahlte Kooperationen, Affiliate-Inhalte, Produkttests mit wirtschaftlicher Beteiligung sowie sonstige kommerzielle Inhalte werden verständlich gekennzeichnet. Werbepartner erhalten keinen Einfluss auf redaktionelle Themenauswahl, Recherche, Überschriften, Bewertung oder Veröffentlichung redaktioneller Inhalte.
Offenlegung und Befangenheit
Alle Mitarbeitenden, freien Autoren und Personen mit redaktioneller Verantwortung bei TAG24 sind verpflichtet, mögliche Interessenkonflikte frühzeitig intern offenzulegen. Dazu können insbesondere Nebentätigkeiten, finanzielle Beteiligungen, Mitgliedschaften, politische Funktionen, geschäftliche Beziehungen, persönliche Nähe oder familiäre Verbindungen zu Personen, Unternehmen, Institutionen und Themen gehören, über die berichtet wird.
Der Deutsche Presserat verlangt eine strikte Trennung zusätzlicher Funktionen von der publizistischen Arbeit. Das gilt ausdrücklich auch für persönliche Beziehungen und Verflechtungen, wenn dadurch Zweifel an der erforderlichen Unabhängigkeit entstehen könnten.
Besteht ein konkreter oder nachvollziehbar möglicher Interessenkonflikt, wirkt die betroffene Person grundsätzlich nicht an Recherche, Auswahl, Redaktion, Bewertung oder Veröffentlichung des jeweiligen Beitrags mit. Kann eine Mitwirkung ausnahmsweise dennoch erfolgen, wird der Konflikt transparent gegenüber dem Leser offengelegt. Bereits der Eindruck einer interessengeleiteten Berichterstattung kann die Glaubwürdigkeit der TAG24-Redaktion beeinträchtigen.
Umgang mit Einladungen und Vorteilen
Mitarbeiter von TAG24 nehmen keine Geschenke, Vergünstigungen, Einladungen, Reisen, Honorare oder sonstigen Vorteile an, die ihre journalistische Unabhängigkeit beeinträchtigen oder diesen Eindruck erwecken könnten. Übliche, geringwertige Aufmerksamkeiten können nur angenommen werden, wenn dadurch keine Erwartung einer Gegenleistung entsteht und dies den internen Regeln entspricht.
Recherchereisen, Pressereisen, Veranstaltungen oder Produkttests, die von Dritten ermöglicht oder finanziert werden, werden nur angenommen, wenn ein nachvollziehbarer journalistischer Grund besteht. Eine mögliche Kostenübernahme oder sonstige Unterstützung wird transparent gemacht, sofern sie für die Bewertung der Berichterstattung relevant ist. Redaktionelle Inhalte entstehen unabhängig von Erwartungen der einladenden oder finanzierenden Stelle.
Kontrolle
Die Verantwortung für die Einhaltung dieser Ethikrichtlinien liegt bei allen Beteiligten an publizistischen Inhalten. Von Autoren, Reportern und Fotografen über freie Mitarbeitende bis zur Redaktionsleitung. Die Chefredaktion von TAG24 trägt die übergeordnete Verantwortung dafür, dass journalistische Standards, Persönlichkeitsrechte und Transparenzvorgaben im redaktionellen Alltag eingehalten werden.
Für sensible Fälle – etwa bei verdeckter Recherche, schwerwiegenden Vorwürfen, identifizierender Berichterstattung, möglichen Interessenkonflikten oder der Veröffentlichung belastender Bild- und Videoaufnahmen – sieht TAG24 eine zusätzliche redaktionelle Prüfung vor.
Journalistische Qualität bei TAG24 entsteht nicht allein vor der Veröffentlichung. Beiträge werden – abhängig von Thema, Sensibilität und Reichweite – redigiert, auf Plausibilität geprüft und fast immer durch eine zweite Person kontrolliert. Bei komplexen, rechtlich oder ethisch sensiblen Recherchen gelten erhöhte Prüfmaßstäbe.
Hinweise von Lesern, Betroffenen, Fachleuten und Institutionen nehmen wir ernst. Sie können dazu beitragen, Fehler, Unklarheiten oder „blinde Flecken“ zu erkennen. Berechtigte Kritik fließt in unsere Korrekturprozesse sowie in die Weiterentwicklung der redaktionellen Standards von TAG24 ein.