Abrechnung nach Schwimmhallen-Desaster: Dresdner Bädergesellschaft als Auslaufmodell?

Dresden - Die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Dresdner Bäder GmbH wächst. Zuletzt schlug das Aus für den Schwimmhallen-Neubau in Klotzsche hohe Wellen. Und das nicht nur bei vielen Dresdnern, sondern auch unter den Stadträten, die sich bei der Entscheidung zum wiederholten Mal übergangen fühlen.

Zu den Kritikpunkten an der Bäder GmbH zählt auch die Verdopplung der Kosten beim Schwimmhallenkomplex Freiberger Straße.
Zu den Kritikpunkten an der Bäder GmbH zählt auch die Verdopplung der Kosten beim Schwimmhallenkomplex Freiberger Straße.  © Steffen Füssel

Zehn Jahre nach Gründung des städtischen Tochterunternehmens stellt die FDP deshalb dessen Eigenständigkeit infrage.

"Die Bäder GmbH ist ein Ärgernis für den gesamten Stadtrat. Es werden Entscheidungen von hoher politischer Brisanz getroffen, ohne dass der Stadtrat ein Mitspracherecht hat", ärgert sich FDP-Fraktions-Chef Holger Zastrow (54).

Das habe man sich damals selbst genommen. "Wir waren gegen die Ausgliederung, die nur ein Steuersparmodell war", so Zastrow.

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In einem Antrag fordern die Liberalen nun, Bilanz zu ziehen, die Arbeit der vergangenen Jahre zu bewerten und Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen. Dabei soll es unter anderem darum gehen, die Vor- und Nachteile der damaligen Ausgliederung aus dem Eigenbetrieb Sportstätten "unter finanziellen, steuerlichen als auch wirtschaftlichen Aspekten" zu analysieren.

Die Vor- und Nachteile einer möglichen Wiedereingliederung sollen ebenfalls "einer ergebnisoffenen Prüfung" unterzogen werden.

Die Rahmenbedingungen hätten sich dramatisch geändert, wodurch das Modell, dass die Technischen Werke mit den Gewinnen der SachsenEnergie die Verluste von DVB und Bädern ausgleichen, nicht mehr funktioniere. Wenn sowieso Geld aus dem Stadthaushalt zugeschossen werde und der Stadtrat den Kopf hinhalte, könne man auch gleich selbst entscheiden, so Zastrow.

FDP-Fraktions-Chef Holger Zastrow (54).
FDP-Fraktions-Chef Holger Zastrow (54).  © Eric Münch

Der Stadtrat diskutiert den Antrag wahrscheinlich Ende März. In der Sitzung kommende Woche ist zunächst die Schwimmhalle Klotzsche Thema einer Aktuellen Stunde.

Titelfoto: Steffen Füssel, Eric Münch

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