Dresden - Freud und Leid an der Baustelle Königsbrücker Straße. Seitdem die Sanierung vor rund zwei Wochen gestartet ist, kämpfen Anwohner mit Lärm und Umleitungen. Dem anliegenden Waschsalon bleiben plötzlich Kunden fern - dafür freut sich der Lotto-Laden am Albertplatz über neue Kundschaft.
"Auf einmal kommen Bauarbeiter hierher, um Zigaretten zu kaufen", lacht Lotto-Verkäuferin Veronica Weiler (62). "Gut, dass die Sanierung der alten Holperpiste endlich startet. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Baustelle für Anwohner auch belastend ist."
Diese müssen schon morgens Lärm von Presslufthämmern ertragen, mit hässlichen Absperrungen und lästigen Umleitungen leben. "Ich mache drei Kreuze, wenn's vorbei ist", sagt Nicole Willmuth (43), die gleich am Albertplatz wohnt. "Und ich wieder die Ruhe auf dem Balkon genießen darf."
Wenige Meter weiter kontrolliert Liane Brix (38) vom Waschsalon "Eco Express" Waschmaschinen. Direkt davor klafft ein Graben, Leitungen liegen frei, der provisorisch eingerichtete Gehweg ist schmal.
"Die Leute finden nicht mehr so leicht zu uns. Wir erleben einen richtigen Kundenrückgang", sagt Brix. Auch Sigrid Hergerth (83) findet die Verkehrsführung unübersichtlich. "Man muss sehen, wie man nach Hause kommt."
Diese Woche geht es erst richtig los
Radfahrer Oliver Eichler (33) sieht dagegen die positiven Seiten. "Mit dem Umbau der Straße gibt's endlich separate Radwege. Ich kenne die Strecke seit Jahren, auf dem Rad wird man oft übersehen."
Die Erfahrung hat auch Sandra Schulze (37) gemacht. "Vier Jahre Bauzeit ist natürlich lang, aber ich freue mich auf das Ergebnis. Zum Glück kann ich Lärm auch gut ausblenden."
Diese Woche geht es erst richtig los: Die erste Hauptbauphase startet. Ab Montagabend fahren zwischen Albertplatz und Bischofsweg keine Straßenbahnen mehr, Montag und Dienstag wird der Abschnitt für den Autoverkehr nachts (22 bis 5 Uhr) voll gesperrt.
Danach bleibt die Straße zumeist einspurig befahrbar. Bis März 2028 soll der erste Abschnitt, bis April 2030 dann die gesamte Strecke bis zur Stauffenbergallee erneuert sein.