"Bürgermeisterkoalition": CDU lässt Bündnis platzen!

Dresden - In vier Anläufen hat es die sogenannte "Bürgermeisterkoalition" aus CDU, Grünen, Linken und SPD nicht geschafft, neue Beigeordnete zu wählen. Seit Montag ist das 2015 geschlossene Bündnis nun Geschichte. Die CDU hat ihren Ausstieg erklärt.

Das Bürgermeister-Bündnis der Fraktions-Chefs André Schollbach (44, Linke), Agnes Scharnetzky (35, Grüne), Peter Krüger (61, CDU) und Dana Frohwieser (46, SPD) ist Geschichte.
Das Bürgermeister-Bündnis der Fraktions-Chefs André Schollbach (44, Linke), Agnes Scharnetzky (35, Grüne), Peter Krüger (61, CDU) und Dana Frohwieser (46, SPD) ist Geschichte.  © Fotomontage: Thomas Türpe, Ove Landgraf, Petra Hornig,

"Was zur letzten Stadtratssitzung passierte, hat den letzten Rest des bereits beschädigten Vertrauens zerstört. Auf dieser Basis ist keine verlässliche Zusammenarbeit in dieser Frage mehr möglich", teilte der CDU-Fraktions-Chef Peter Krüger (61) mit.

Durch das "absprachewidrige Verhalten Einzelner" sei die Vereinbarung für die CDU gegenstandslos geworden. "Wir werden auf dieser Basis auch keine neue Vereinbarung anstreben", so Krüger.

Linke-Chef André Schollbach (44), der mit seinem Vertagungsantrag am Donnerstag die Wahl von Kristin Kaufmann (45, Linke) als Sozialbürgermeisterin selbst verhindert hat, sieht OB Dirk Hilbert (51, FDP) in der Verantwortung. "Das anhaltend laute Schweigen schürt erhebliches Misstrauen. Mit bekanntem Ergebnis", so Schollbach.

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Die Grünen wenden sich mit einem offenen Brief ebenfalls an den OB und fordern die "Einführung eines strukturierten, lösungsorientierten und professionell moderierten Verfahrens zur Einigung bei der Besetzung der Beigeordneten".

Dass am 15. Dezember alle Bürgermeister gewählt werden, ist durch das Ende der Koalition allerdings nicht wahrscheinlicher geworden.

Titelfoto: Fotomontage: Thomas Türpe, Ove Landgraf, Petra Hornig,

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