Dresden - Ferienzeit heißt auch Baustellenzeit! Das Rathaus nutzt die Gunst der Stunde und riegelt das Blaue Wunder bis nächsten Dienstag für Bauarbeiten ab. Tausende Autos müssen täglich auf die Waldschlößchenbrücke ausweichen. Rollt dort der Verkehr oder stehen die Pendler Stoßstange an Stoßstange in der Staufalle? TAG24 hat im Berufsverkehr den Härtetest gemacht.
Um sieben Uhr am Mittwochmorgen ist es noch dunkel rund ums Brauhaus am Waldschlößchen, die Lichter der morgendlichen Blechlawine sind allerdings bereits angerollt.
Tausende Autos aus Loschwitz, Bühlau, dem Hochland, aber auch dem Umland im Nordosten wollen zur Arbeit und müssen auch in der eher verkehrsärmeren Ferienzeit die Elbe überqueren. Und mit der Carolabrücke fehlt bereits Dresdens wichtigste Brücke.
Von der Bautzner Straße aus Richtung der Elbschlösser kommend wird damit die Linksabbiegerspur zur Waldschlößchenbrücke zum Nadelöhr. Über mehrere hundert Meter stehen Autos zur Stoßzeit bis zur Fischhausstraße zurück, teils zusammen mit der Straßenbahn (Linie 11).
Trotz Ampelgrüns geht es wegen des Rückstaus teils nicht voran. "Es ist manchmal zum Kotzen", sagt Steven Domschke (31) am Steuer seines Transporters. Er kommt mit seinem Hausmeisterservice aus Radeberg, braucht ein paar Minuten länger als üblich.
Doch wie die meisten Leidensgenossen bleibt Domschke gelassen. Dann schaltet die Ampel wieder auf Grün und der Verkehr fließt ab. "Am Montag war's schlimmer", sagt ein anderer Fahrer. Nach holprigem Start hat es sich jetzt offenbar eingeruckelt.
Trotz Stau: Autofahrer müssen nicht lange warten
Marlen von Locquinghien (44) steht wie fast jeden Morgen auf der Brüstung nahe Brauhaus, blickt vor ihrem Schichtbeginn auf die Bautzner Straße Richtung Innenstadt. "Also ist schon mehr Verkehr als sonst, auch in der Gegenrichtung", sagt sie.
"Wobei, auf der Höhe hier ist sowieso immer Stau." In beide Richtungen kommen die Autos nach Sonnenaufgang nur zäh voran, Stauchaos bleibt aber aus.
Ähnlich lief's für Autofahrer, die am Dienstag von der Altstadt im nachmittäglichen Berufsverkehr über die Brücke nach rechts in Richtung Elbschlösser wollten. Zwar staute sich der Verkehr durch den Tunnel bis auf die Brücke zurück. Lange musste aber keiner warten.
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (47, Grüne) sprach angesichts der Brückensperrung im Osten von einer "Belastung für Autofahrer und Nahverkehr". Doch das liege am Baufortschritt am Blauen Wunder und sei damit letztlich ein gutes Zeichen.