Brutal auf Teenager eingeschlagen: Polizei identifiziert Tatverdächtige nach Oktoberfest-Angriff
Dresden - Etwa 20 bis 30 Erwachsene sollen am Rande des Oberwarthaer Oktoberfests auf sechs Teenager eingeschlagen, sie regelrecht durch den Ortsteil gejagt haben. Wie sie dem MDR sagten, weil sie als "links" erkannt wurden. Nun ermittelt die Polizei gegen acht Tatverdächtige, wovon einer bereits für den Neonazi-Angriff auf Connewitz verurteilt ist.
Videos zeigen, wie Männer tatsächlich auch noch auf am Boden liegende Jugendliche eindreschen, einem Teenager (15) wurden Augen- und Kieferhöhle zertrümmert.
Wegen des politischen Hintergrunds nahm der Staatsschutz die Ermittlungen auf: "Die Ermittler haben bislang rund ein Dutzend Zeugen vernommen. Weitere Zeugenvernehmungen sind bereits geplant", sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (50).
"Im Ergebnis der gemeinsamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizeidirektion Dresden konnten bislang acht Tatverdächtige aus der Tätergruppierung ermittelt werden."
Die Deutschen sind zwischen 29 und 61 Jahre alt.
Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und auch wegen Landfriedensbruch?
Neben einem aktiven Ortschaftsrat (43) der "Freien Wähler Oberwartha", sowie einem ehemaligen Ortschaftsrat (50) derselben Wählervereinigung und Vorstand des Veranstaltervereins haben die Ermittler auch Rudi R. (37) im Visier.
Der ist kein Unbekannter: Weil er sich am Angriff von mehr als 200 Neonazis am 11. Januar 2016 auf Connewitz beteiligt hatte, kassierte er sieben Monate Haft auf Bewährung, für zweifache Körperverletzung im Kraftwerk Mitte im April 2022 gab es 70 Tagessätze zu je 20 Euro.
Die Ermittlungen wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung dauern an. Die Staatsanwaltschaft prüft auch, ob es sich um schweren Landfriedensbruch handeln könnte.
Titelfoto: Peter Schulze
