Eskalation vor Dresdner Ausländerbehörde: Mann will Schreiben anzünden, dann stürmt er mit Messer ins Gebäude
Dresden - Er lernt es einfach nicht: Weil Palästinenser Hasan K. (34) schonmal in der Dresdner Ausländerbehörde drohte und schrie, sollte er am Freitagmorgen den Papierkram vor der Tür erledigen. Da eskalierte die Lage nun komplett.
8.30 Uhr erschien Hasan K., schon bekannt wegen einer Schlägerei, bei der Ausländerbehörde zu einem Termin. Dort sollte er am Einlass ein Dokument unterschreiben. Denn wegen seiner Krawallvorgeschichte wollte ihn niemand ins Haus lassen.
Doch das wollte der Staatenlose nicht einsehen: "Er übergoss das Dokument sowie weitere persönliche Unterlagen mit einer brennbaren Flüssigkeit und wollte diese entzünden", so Polizeisprecher Lukas Reumund (48). "Dies verhinderten Sicherheitsdienstmitarbeiter, die dabei mit der Flüssigkeit bespritzt wurden."
Doch damit war die Eskalation noch nicht vorbei: Nun stürmte der Palästinenser in das Gebäude in der Lingnerallee, dort ins Büro eines Mitarbeiters (48). Er zog ein 9-Zentimeter-Messer und wollte damit einen Pass erzwingen.
Stattdessen nahmen ihm die Sicherheitsmänner das Messer ab, die Polizei nahm ihn schließlich fest. Verletzt wurde bei der Aktion niemand.
OB Dirk Hilbert über Angriff: "In keiner Weise zu rechtfertigen"
Am Freitagnachmittag hat sich OB Dirk Hilbert (54, FDP) zu Wort gemeldet und die Tat verurteilt: "Ein solcher Angriff ist in keiner Weise zu rechtfertigen und völlig inakzeptabel. Meine Gedanken sind bei den betroffenen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Sicherheitsdienstes sowie bei allen Kolleginnen und Kollegen, die diesen Vorfall miterleben mussten", schreibt er.
Die Beschäftigten der Ausländerbehörde würden eine anspruchsvolle und häufig schwierige Aufgabe erfüllen, bei der auch unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden müssten.
"Gewalt und Bedrohungen dürfen dabei niemals ein Mittel sein, um Entscheidungen zu beeinflussen oder Frustration zum Ausdruck zu bringen. Wir werden den Vorfall gemeinsam mit den zuständigen Stellen umfassend aufarbeiten", kündigt das Stadtoberhaupt an.
Für die unmittelbar und mittelbar Betroffenen stehe selbstverständlich Unterstützung zur Verfügung.
Titelfoto: Thomas Türpe

