Mord aus Rache? Fußballer von Mitspieler in Dresden vergiftet

Dresden - Erst war es eine Tragödie, nun ist es ein Mordfall: Am 16. Juni 2025 starb Freizeitfußballer Philipp L. (†30) vom TuS 1912 Rockenberg (Hessen) im Krankenhaus. Über ein Jahr später verhaftete die Polizei einen Mannschaftskameraden (35). Er soll ihn auf einem Mannschaftsausflug nach Dresden heimlich vergiftet haben.

Als der Verein um Philipp L. (30) trauerte, ahnte keiner, dass daraus ein Mordfall wird.  © Facebook/Screenshot/TuS Rockenberg 1912 e.V.

Beim Kreisliga-Verein ist man sprachlos. "Wir sind alle überrascht und schockiert", sagt Manuel Barufe (42) zu TAG24. Er ist Abteilungsleiter Fußball im Verein.

"Damit hat keiner gerechnet. Wir hoffen, dass die Polizei das vollständig aufklären kann." Philipp spielte schon seit seiner Kindheit im Verein: mal im Tor, mal in der Verteidigung und auch mal im Sturm. Zusammen mit weiteren Familienmitgliedern.

So war auch der Ausflug für ihn nichts Neues: Traditionell begeben sich die Rockenberger Kicker am Ende jeder Saison auf eine Abschlussfahrt, sammeln dafür im Vorfeld Spenden.

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Am 13. Juni 2025 ging es in Rockenberg los Richtung Dresden. Am Sonnabend stand eine Wandertour in der Sächsischen Schweiz mit Rückkehr auf dem Dampfer auf dem Programm, am Sonntag ging es zurück.

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Auf einem Mannschaftsausflug nach Dresden soll der junge Mann vergiftet worden sein.  © imago/Rüdiger Wölk
Der rachsüchtige Mitspieler sitzt jetzt in Untersuchungshaft.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Beschuldigter schweigt

Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger (45) teilte am Mittwoch die neue Entwicklung mit.  © Boris Roessler/dpa

Schon dort soll es Philipp nicht so gut gegangen sein. Zu Hause wurde er plötzlich krank, die Familie rief den Rettungsdienst. Einen Tag später verstarb er trotz Wiederbelebungsversuchen im Krankenhaus. Einige Monate später stand die Todesursache fest: septisches Mehrorganversagen durch Vergiftung!

"Eine toxikologische Untersuchung ist recht aufwendig", erklärt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger (45), Leiter der Abteilung Kapitaldelikte, gegenüber TAG24. "Dazu kommt, dass eine Vergiftung auch fahrlässig oder durch eine Verwechslung zustande kommen kann."

Deshalb habe es länger gedauert, bis sich der Mordverdacht verfestigte. Doch mittlerweile sind sich die Ermittler sicher: "Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Juni 2025 auf einer Mannschaftsfahrt nach Dresden einen 30-Jährigen durch die heimliche Verabreichung von Gift getötet zu haben", so Hauburger.

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"Nach derzeitigem Ermittlungsstand lag der Tat ein persönliches Rachemotiv des Beschuldigten zugrunde." Der beschuldigte Mannschaftskamerad hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, die Ermittlungen dauern an.

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