Dresden - Nach der brutalen Messerattacke in einer Dresdner Straßenbahn der Linie 7 hatten Polizei und Staatsanwaltschaft öffentlich nach einem 20-jährigen Verdächtigen gefahndet - nun stellte er sich den Behörden!
Gegen 14.35 Uhr wählte der junge Syrer selbst den Notruf und wurde von den Beamten am Freitagnachmittag am Amalie-Dietrich-Platz festgenommen.
Ismail Alhaj H. wird sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.
Ihm wird vorgeworfen, einem Amerikaner (20) mit einem Messer Schnittverletzungen im Gesicht zugefügt zu haben.
Mittlerweile äußerte sich auch der Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (59): "In den vergangenen Tagen hatten Ermittler mehrere mögliche Aufenthaltsorte des Gesuchten durchsucht. Der Tatverdächtige konnte dabei aber nicht festgestellt werden."
Allerdings hatten die Ermittler Ismail Alhaj H. bereits im System: Er wurde im vergangenen Jahr vom Amtsgericht Dresden wegen Diebstahls zu 30 Tagessätzen verurteilt.
Beide Tatverdächtigen im Fall von John Rudat verhaftet
Für Innenminister Armin Schuster (64, CDU) ein Erfolg der Polizei: "Mit der heutigen Festnahme des zweiten Tatverdächtigen ist den Ermittlern ein wichtiger und zügiger Erfolg gelungen."
Der mutmaßliche Täter soll nun voraussichtlich am Samstag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden vorgestellt werden, der entscheidet, ob er in Untersuchungshaft kommt.
In U-Haft befindet sich derzeit ein weiterer Syrer (21). Auch er soll das Opfer John Rudat in der Tram mit einem Messer verletzt haben.
Der 21-jährige Majd Z. war auf Willen der Staatsanwaltschaft zunächst laufengelassen, dann aber wieder festgenommen worden.
Nun muss er sich ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Bislang war er lediglich wegen illegaler Einreise und Diebstahls vorbestraft.
Die Polizei ermittelt gegen beide Tatverdächtigen, die Untersuchungen werden jedoch noch einige Zeit dauern.
Erstmeldung um 16.08 Uhr. Letzte Aktualisierung um 21.50 Uhr.