Ansturm auf Alleinerziehenden-Messe: Mit welchen Problemen Single-Eltern kämpfen
Dresden - Alleinerziehend und trotzdem alles unter einen Hut bekommen? Für viele bedeutet das jeden Tag einen Spagat. Hilfe und Austausch gab es deshalb am Donnerstag bei der Alleinerziehenden-Messe im Kulturpalast.
Organisatorin Grit Jandura (57) kennt die Herausforderungen aus eigener Erfahrung. "Hier auf der Messe gibt es alles, von Wohnungsberatungen, Bewerbungstraining, Entspannungstechniken, aber auch Bindungsangebote zwischen getrennt Erziehenden und ihren Kindern."
Insbesondere das Kennenlernen von Gleichgesinnten findet sie unterstützenswert: "Alleinerziehende können dann sehen, wie andere immer wieder aufgestanden sind und es geschafft haben."
Daniel Weidner (45) ist Papa einer Zehnjährigen und hofft am Stand des Vereins "Väterzentrum" im Gespräch mit Holger Strenz (56) etwas über sein Umgangsrecht zu erfahren.
"Ich versuche erstmal die Strukturen nach der Trennung zu verstehen. Ich bin selbst Scheidungskind und wünsche mir einfach, dass wir die Vergangenheit ein Stück weit auch positiv sehen können. Immerhin sind wir durch unser Kind verbunden."
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Großes Interesse
Ebenfalls auf der Messe unterwegs sind die Solo-Mamas Franziska Josten (30) und Peggy Radke (39). Sie haben sich bei der "Gruppe für Singlefrauen mit Kinderwunsch" kennengelernt.
"Wir sind beide selbstbestimmt in die Solo-Mutterschaft gegangen. Häufig denken die Leute aber, dass wir unfreiwillig oder ungeplant alleinerziehend sind. Aber wir wollten das so und dafür gibt es so viele Gründe, manchmal war auch einfach nicht der Richtige dabei", betont die frisch gebackene Mama Franziska.
Auf der Messe interessiert sich Neugeborenen-Mama Peggy nun vor allem für "das Unterstützungsangebot für Neugeborene, denn gerade hier braucht man unbedingt Hilfe".
Anna Luise Schicha (40) interessierte sich für den Stand der Arbeitsagentur. Sie selbst hat bis vor Kurzem das Alleinerziehenden Netzwerk Dresden geleitet (Teil des Frauenförderwerks) und die Messe einst mitorganisiert.
"Es ist einfach toll, an einem Tag einen Ort zu haben, wo man Angebote hat, die einem weiterhelfen, wenn man nicht mehr weiter weiß. Denn man hat ja als Alleinerziehende so gut wie keine freien Tage und die Ämter haben bekanntermaßen auch nur dann auf, wenn man selbst gerade arbeitet", so die Dreifach-Mutti.
Titelfoto: Montage: Holm Helis (3)

