Debütroman: Dresdner Autorin erklärt die Stille der Großeltern
Dresden - Sie ist in Dresden aufgewachsen, hat hier die Kreuzschule besucht - und feiert nun auch in Dresden die Premiere ihres Debütromans. Am Donnerstag (19.30 Uhr) liest Jana Hassepass (54) in der Buchhandlung auf der Oschatzer Straße aus ihrem Erstlingswerk "Flucht aus der Stille" (316 Seiten, 18 Euro, Ultra Violett Verlag).
Ein Roman über die Nachkriegsjahre und das Schweigen. Heinrich wird 1949 aus seiner Dresdner Wohnung von drei Männern abgeholt und verschwindet im sibirischen Gefangenenlager 47.
Als er nach sechs Jahren in seine Heimat und zu seiner Familie zurückkommt, ist er ein gebrochener Mann. Weder er noch seine Frau Klara finden Worte, um ihre Gefühle, Wünsche und Erwartungen auszudrücken. Heinrich entzieht sich der Stille und dem Fremdsein auf unerwartete Weise.
"Die Geschichte ist inspiriert von meiner Familie, aber sie ist fiktiv. Die Idee dazu hatte ich seit zehn Jahren im Kopf", sagt Jana Hassepass, die heute mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein lebt.
"Es ist ein Buch für die Enkelgeneration. Für alle, die ihre Großeltern nicht mehr fragen konnten oder deren Großeltern schweigen wollten. Es ist kein Vorwurf oder gar eine Anklage, es ist der Versuch, diese Generation zu verstehen", so die Autorin.
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"Als ich anfing zu schreiben, war nicht klar, wie der Roman im Jahr 1972 enden wird. Meine Tochter Frida hat den Handlungsstrang wesentlich beeinflusst", macht Hassepass neugierig.
Buch und Verlag sind beim eintrittsfreien Literatur-Fest "Dresden (er)lesen" am 13. September (10-18 Uhr) auf Schloss Albrechtsberg präsent.
Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig (2)
