Diesmal geht's um die Wurst: Serkowitzer Volksoper spielt ab Montag in der Saloppe
Dresden - Drei Musiker mit knapp 20 Instrumenten, drei Darsteller in 19 Rollen: Vieles spricht dafür, dass die diesjährige Musiktheaterproduktion der Serkowitzer Volksoper eine äußerst rasante Angelegenheit für Künstler und Publikum wird. Die Premiere von "Es geht um die Wurst - eine turbulente Verführung frei nach Mozart" ist kommenden Montag (15. Juni) in der Sommerwirtschaft Saloppe.
Schauplatz des Stücks ist ein Rummelplatz, rechts eine Bratwurstbude, links die Theaterbühne für ein fahrendes Theater, das eigentlich Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" aufführen soll.
Doch die Künstler sind stiften gegangen, nun hofft man auf die Hilfe eines Gaukler-Trios (die gleichzeitig als Puppenspieler und ihre Puppen agieren), während sich an der Würstchenbude ein Querschnitt der Gesellschaft zum politischen Streit einfindet: eine Mittelstandsfamilie, eine Influencerin, Nazis, Pfarrer oder sächsische Muslime.
Die Ebenen von Jahrmarkt und Mozart-Oper verzahnen sich, aber optisch getrennt. Auf der schmalen Zirkuswagenbühne eine logistische Herausforderung.
Erstmals greift die Serkowitzer Volksoper in ihrer 16. Sommer-Produktion ein bereits behandeltes Stück auf: "Es geht um die Wurst" ist eine Art Remake des 2015 aufgeführten Stücks "Die Entführung auf dem Jahrmarkt - Mangelwirtschaft in Serkowitz". Regisseur Clemens Kersten inszeniert den erprobten Stoff neu.
Das ursprüngliche Libretto von Wolf-Dieter Gööck bleibt dabei erhalten. "Sein Text war damals aktuell und ist heute vielleicht noch aktueller geworden", begründet Kersten.
12 Vorstellungen bis 16. September vorgesehen
Er zieht nach 2025 zum zweiten Mal die Regiefäden: "Mein Einübungsprozess ist noch nicht abgeschlossen", räumt er ein und ist froh über die Erfahrung von Dorothea Wagner (Sopran) und Cornelius Uhle (Bariton), die schon bei der ersten Inszenierung sangen und spielten.
Sie konnten den Text tatsächlich leicht abrufen. "Ich kam noch nie so gut vorbereitet zur ersten Probe", sagt Wagner. Uhle ergänzt: "Erstaunlich, was die Festplatte im Kopf alles kann." So konnten beide dem Neuzugang helfen, der Sopranistin Fanny Lamers, die noch studiert. Sie sagt: "Das hier ist schon was anderes als typische Hochschulopernproduktionen."
Die musikalische Stückbearbeitung, die Mozart mit den US-Jazzpianisten Erroll Garner (1921–1977) und Oscar Peterson (1925–2007) verquickt, stammt weiterhin von Volksoper-Mitbegründer Milko Kersten, der diesmal aus beruflichen Gründen keine Zeit hatte.
An seiner Stelle übernimmt Pianist Michael Schütze die musikalische Leitung des Minimalorchesters "Musi nad Labem", mit Geigerin Karina Müller und Klarinettist Daniel Rothe, die zusammen rund 20 Instrumente inklusive rasselnder Ketten bedienen. "Dafür muss man schon etwas verrückt sein", meint Schütze.
Kostüm und Bühnenbild gestalten erstmals Arina Balas und Joshua Tewes-McCoy aus Berlin. "Ihre Entwürfe weichen deutlich von der bisher gewohnten Gööckschen Ästhetik ab", sagt Regisseur Kersten. Ein Neustart auf etabliertem Fundament also.
12 Vorstellungen sind bis 16. September vorgesehen. Termine, Infos und Tickets unter www.serkowitzer-volksoper.de.
Titelfoto: Eric Münch

