Dresden Marathon: Sie gewinnen bei der 26. Auflage

Dresden - Der Wettergott hatte etwas Nachsehen mit den 14.642 Teilnehmern (Rekord!) beim Dresden Marathon. Wind und Regen hielten sich am Sonntag bei der 26. Auflage in Grenzen. Die schnellen Afrikaner hatten trotzdem ihre Probleme und so gab's bei den Männern zwei Überraschungen und leider einen Notfall...

Beim Start regnete es, aber die über 14.600 Teilnehmer ließen sich davon nicht abhalten und waren gut eingepackt.  © Lutz Hentschel

"Du hast bezahlt. Es regnet! Was tust du?" Dies stand passenderweise auf einer Anfeuerungs-Pappe am Streckenrand, als das Feld der Halb- und Marathon-Läufer gegen 10.30 Uhr auf der Ostra-Allee auf die Strecke ging.

2:21:15 Stunden später riss Arslan Recep im Heinz-Steyer-Stadion die Arme in die Höhe und feierte seinen ersten Marathon-Sieg.

Der Kurde lebt seit vier Jahren in Salzgitter und hatte vor einem Jahr den Plan gefasst, in Elb-Florenz zu starten. Dass der 27-Jährige nun der Sieger ist, verblüffte ihn: "Zehn Kilometer vorm Ziel war ich allein, bekam zwar Wadenschmerzen, aber bin trotzdem Saisonbestzeit gelaufen", berichtete er völlig erschöpft im Ziel.

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Der Kenianer Dickson Kurui (Sieger 2017) kam "mit dem Wind" gar nicht klar und wurde im Zielsprint vom Erfurter Marcel Bräutigam (2:27:05) auf Platz drei verwiesen.

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Tee war an den Versorgungstellen reichlich vorhanden und so konnte sich die Läufer aufwärmen.  © Lutz Hentschel
Yvonne van Vlerken (l.) hatte einen eigenen Tempomacher mit Habtamu Agumas dabei.  © Lutz Hentschel
Arslan Recep konnte sein Glück gar nicht fassen, als er mit der kurdischen Fahne als Erster ins Ziel lief.  © Lutz Hentschel

Halbmarathonläufer bricht in Zielkurve zusammen

Die Rettungskräfte war superschnell vor Ort, als der Halbmarathon-Läufer in der Zielkurve zusammenbrach.  © Lutz Hentschel

Zehn Minuten später wollte eigentlich Vorjahres Siegerin Yvonne van Vlerken ins Ziel kommen und ihren Titel verteidigen.

Dies gelang der 47-Jährigen zwar, allerdings haderte die in Leipzig wohnende Holländerin mit der Zeit: 2:39:42.

"Ich wollte schneller als im Vorjahr sein", so von Vlerken. "Bis 21 km lief's super, bei 30 kam auf einmal der Hammer." Ihr Tempomacher Habtamu Agumas "hat geschimpft. Ich solle Gas geben." Aber es ging nicht.

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Während sie dies erzählte, brach ein Halbmarathonläufer in der Zielkurve zusammen.

Der Notarzt war zum Glück sofort da und laut den Organisatoren konnte er schnell in die Klinik gebracht werden, um weiter versorgt zu werden.

Tom Liebscher-Lucz megastolz nach 42,195-km-Premiere

Kurz vor der Zielinie klatsche Tom Liebscher-Lucz mit Ex-Marathon-Boss Peter Eckstein ab.  © Lutz Hentschel
Zufrieden hielt der Kanute die Uhr mit seiner Zielzeit in die Kamera.  © Lutz Hentschel
Im Ziel gab's als Lohn wie für Tom Liebscher-Lucz gewohnt eine Medaille.  © Lutz Hentschel

Olympiasieg: 3-mal, Check. Weltmeister: 8-mal, Check und jetzt hat das Ass vom Dresdner Kanuclub auch seinen ersten Marathon in Sack und Tüten! Tom Liebscher-Lucz lief nach 3:27:25 Stunden im Heinz-Steyer-Stadion ins Ziel.

Der 33-Jähriger war sogar zu schnell für seine Familie. Frau Dori und die Töchter Zoey (3) und Kira (1) haben ihn an der 42,195 km langen Strecke "dreimal angefeuert. Einmal haben sie mich verpasst, weil ich das Tempo angezogen habe."

Lief der Kanute bis Kilometer 30 um die fünf Minuten pro Kilometer, meinte er danach. "Ich fühle mich gut, es tut nichts weh. Jetzt kann ich Vollgas geben. Also habe ich das Tempo auf 4:30 erhöht und bin megastolz", so Liebscher-Lucz.

Das regnerische Wetter kam dem Dresdner dabei zugute: "Dadurch war's etwas kühl." Damit sein Magen unterwegs nichts streikt und er genügend Energie zuführt, hat er sich einen Ernährungsplan kurz vorm Rennen erstellt - Profi halt.

Da könnte das Paddel-Ass doch in den kommenden Tagen mal die Beine hochlegen. "Für die Beine gibt's drei Tage Pause", verriet er. Die Arme steigen eher ins klassische Training ein. Sein großes nächstes Ziel: Olympias 2028 in Los Angeles und das vierte Gold in Folge mit dem Vierer. Das wäre einzigartig!

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