Festspielhaus Hellerau und tjg. vor dem Spielzeitstart: Volles Programm trotz Finanznot

Dresden - Am Donnerstag startet das Festspielhaus Hellerau mit dem Festival "HELLER Sommer" in die neue Spielzeit. Das Programm ist namhaft bestückt, doch drücken weiterhin die Finanzierungssorgen. Das Europäische Zentrum der Künste muss im kommenden Jahr mit erheblichen Einbußen rechnen - und das trotz guter Zahlen der Vorsaison.

Mit der Tanzperformance "The Birds" der griechischen Choreografin Lenio Kaklea startet Hellerau am Donnerstag in die Spielzeit.  © Albert Vidal/Vèrtex_Comunicació

Schwerpunkt in Hellerau ist und bleibt der Tanz. Mit den Stücken "The Birds" der griechischen Choreografin Lenio Kaklea und "13 Tongues" des Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan startet ab 27. August die Spielzeit.

Intendantin Carena Schlewitt (65) nennt weitere Highlights, darunter Gastspiele etwa der Batsheva Dance Company aus Israel oder der Dresden Frankfurt Dance Company.

Ab September nimmt Hellerau das "Tacheles"-Jahr mit dem Festival "Fragments of Life and Art - Jüdisches Leben in Kunst und Kultur auf", als weiteren Schwerpunkt wird man unter dem Slogan "Taiwan Moves" die Tanz- und Performance-Szene Taiwans präsentieren.

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Musikalisch beginnt die Spielzeit mit einer Album-Veröffentlichung der Band "Freunde der Italienischen Oper" mit Gästen wie René Pape, der diesjährige Capell-Compositeur Jörg Widmann wird in einem Porträtkonzert der Sächsischen Staatskapelle vorgestellt, und das Orchester der Staatsoperette wird Alfred Hitchcocks Filmklassiker "Psycho" live untermalen.

Zudem feiern die "Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik" ihr 40-jähriges Jubiläum. Man wolle, so Schlewitt, weiterhin ein "starker Partner für die freie Szene bleiben".

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Lage soll sich erheblich verschlechtern

Intendantin Carena Schlewitt (65) wird ihren Vertrag wohl um ein Jahr verlängern.  © Robert Michael/dpa

Allein die Finanzierung steht auf wackligen Füßen. Es drohen drastische Einschnitte. Dabei steht das Festspielhaus gut da. Laut Kulturamtsleiter David Klein lagen die Ticketeinnahmen in der Saison 2025/26 bei etwa 380.000 Euro. Rund 34.000 Besucher wurden verzeichnet, eine Auslastung von deutlich über 80 Prozent.

Insgesamt lagen die Erlöse im Kalenderjahr 2025 bei knapp 1,8 Millionen Euro, 2026 sollen es rund 1,9 Millionen Euro sein. Klingt gut, aber: "Gäbe es die Fördermittel nicht, käme man in schweres Fahrwasser."

Da die Bundesförderung für das Bündnis internationaler Produktionshäuser ausläuft, rechnet der Kaufmännische Direktor Martin Heering für 2027 nur noch mit Erlösen von etwa einer Million Euro: "Die Lage wird sich erheblich verschlechtern."

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Laut Kulturamtsleiter Klein werde Dresden nicht in der Lage sein, ausbleibende Bundes- und Landesmittel zu kompensieren. Er appelliert daher an die Fördermittelgeber: "Bleibt bei der Stange!" Positiv: Mit Intendantin Schlewitt wird über eine Vertragsverlängerung um mindestens die Spielzeit 2027/28 verhandelt.

Und: Der geplante Eigenbetrieb Städtische Bühnen, der die Strukturen von Hellerau, Operette und tjg. unter einem Dach bündeln soll, werde keinen Stellenabbau beinhalten.

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