Nur nicht für Häftlinge: "Tag der offenen Tür" in der JVA Dresden
Von Jörg Schurig
Dresden - Wissensvermittlung hinter Gittern: Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden hat bei ihrem "Tag der offenen Tür" am Samstag große Resonanz gespürt.
Etwa 270 Besucher erhielten die Gelegenheit, das Leben der Gefangenen und die Arbeit der Bediensteten kennenzulernen, sagte JVA-Sprecherin Anja Rücker der Deutschen Presse-Agentur.
Weit mehr hatten sich zu der alle zwei Jahren angebotenen Veranstaltung angemeldet - allerdings ist aufgrund der Sicherheitsbestimmungen nur ein limitierter Zutritt möglich.
"Wir haben den Besuchern erst einen allgemeinen Überblick über die Anstalt gegeben. Dann waren wir in den Arbeitsbetrieben - exemplarisch in der Polsterei", erklärte Rücker. Die Besucher hätten so erfahren können, welche anspruchsvollen Arbeiten in den Werkstätten zu erledigen sind.
Auf dem Wirtschaftshof habe man zudem Fahrzeuge wie den Gefangen-Transporter präsentiert. "In einem Bereich, den wir nur optional belegen, hatten wir zwei Hafträume so ausgestattet, dass die Besucher eine Idee von der Unterbringung bekommen konnten."
Nachfrage nach einer Besichtigung kann nicht gedeckt werden
"Wir sehen das als Möglichkeit der Wissensvermittlung und machen das gerne", betonte die Sprecherin. Die Kollegen der JVA seien in hohem Maße engagiert. Einige von ihnen hätten gleich zwei Führungen hintereinander gemacht. Wegen der Menge der Interessenten bekomme man aber die Nachfrage nie gedeckt.
Die Besichtigung am Tag der offenen Tür in der Dresdner JVA erfolgt in Form von geführten Rundgängen, die etwa zweieinhalb Stunden dauern.
Das Mindestalter für einen Besuch liegt bei 16 Jahren. Zur Anmeldung müssen Name und Vorname sowie Geburtsdatum angegeben werden, zum Einlass braucht man einen Personalausweis oder Reisepass. Die Mitnahme bestimmter Gegenstände wie Mobiltelefone und Fotoapparate ist tabu.
Titelfoto: Robert Michael/dpa
