Grundstein für neue Berufsschule gelegt: In Prohlis wächst die Zukunft für Dresdens Chipindustrie

Dresden - Mega-Investition für die Zukunft von "Silicon Saxony" und dem Prohliser Stadtteil: Am Montag wurde an der Boxberger Straße der Grundstein fürs neue Berufsschulzentrum Elektrotechnik (BSZ ET) gelegt. Mehr als 100 Millionen Euro fließen in das moderne Schulgebäude, an dem ab Frühjahr 2029 bis zu 2250 Schüler lernen sollen - der Nachwuchs für die Chipfabriken im Norden.

Die Kräne kreisen bereits: Blick auf die Baustelle an der Boxberger Straße in Prohlis.  © Steffen Füssel

Drei Kräne kreisen bereits auf dem Schulstandort (einst 118. und 119. POS, später Erich-Wustmann-Gymnasium), der vielen noch in unrühmlicher Erinnerung sein dürfte.

Als die Stadt in einem der Schulhäuser Asylbewerber unterbringen wollte, gab es 2015 einen rechtsextremen Brandanschlag mit Molotowcocktails. Später nutzte die Volkshochschule das marode Gebäude, Anfang des Jahres wurde es abgerissen. Doch das ist Vergangenheit.

In Zukunft soll der Standort auch für ein weltoffenes Dresden stehen, sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) zur feierlichen Grundsteinlegung. Die Fachkräfte von morgen (etwa Elektroniker, Fachinformatiker, Mechatroniker) sollen hier in dualer Ausbildung lernen.

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Viele der 16- bis 25-jährigen Azubis werden in den Fabriken (Infineon, GlobalFoundries oder ESMC) die Praxis lernen. "Der Campus ist für 110 Klassen ausgelegt", sagt Steffen Palowsky (58), der das bestehende BSZ ET am Strehlener Platz leitet.

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Grundsteinlegung: BSZ-ET-Schulleiter Steffen Palowsky (58) versenkt eine Zeitkapsel (unter anderem mit der Dresdner Morgenpost). Flankiert wird er von Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU, r.) sowie Kommunale-Immobilien-Chef Axel Walther (59) und Frank Hübner (54, l., Generalauftragnehmer Züblin).  © Steffen Füssel
Die boomende Chip-Industrie ist auf Fachkräfte angewiesen.  © dpa/Sebastian Kahnert
Schulgebäude und Sporthalle des neuen Berufsschulzentrums Elektrotechnik (BSZ ET) sollen im November 2028 fertig sein.  © Visualisierung: RBZ Generalplanungsgesellschaft

OB Hilbert sieht große Chance für Dresden

So soll das Foyer mal aussehen.  © Visualisierung: RBZ Generalplanungsgesellschaft

Das sei in die Jahre gekommen und die Technik teils veraltet, sagt er und freut sich auf den geplanten Umzug seiner aktuell rund 2000 Schüler und 90 Lehrer. Am neuen Standort in Prohlis sollen über 100 Lehrkräfte arbeiten, auch einen ganzen Ausbildungsgang (Mikrotechnologie) in Englisch anbieten.

Mit dem Schulstandort reagiere man auch auf den "steigenden Fachkräftebedarf in der Region", so OB Dirk Hilbert (55, FDP). Die Ansiedlungen im Norden seien "eine große Chance für unsere Stadt". Es gehe auch darum, Talente zu gewinnen und langfristig in Dresden zu halten. Das BSZ ET sei dafür "eine wichtige Basis".

Schon in zwei Jahren soll Generalauftragnehmer "Züblin" den Bau des barrierefreien Schulgebäudes (mit Photovoltaik) mit Vier-Feld-Sporthalle (kann auch von Vereinen genutzt werden) in Holzhybridbauweise (teils mit Fertigteilen) abgeschlossen haben.

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