Tausende neue Jobs dank Chip-Boom: So soll der Dresdner Norden an die City angebunden werden
Dresden - Künstliche Intelligenz beflügelt den Chip-Boom, wovon Dresden mit seinem "Silicon Saxony" und Industrie-Ansiedlungen im Norden besonders profitiert.
Neue Arbeitsplätze werden Tausende Menschen in die Stadt spülen. Der jetzt startende Ausbau der Königsbrücker Straße ist ein Baustein, um den Verkehr der Zukunft bewältigen zu können. Von zentraler Bedeutung für die Anbindung des Nordens ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie 8, die nun auf den Weg gebracht werden soll.
Für Dirk Hilbert (54, FDP) steht Dresden vor allem dank der Chipindustrie und Zulieferern "vor einem wahren Urknall". Rund 8000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, davon 6300 im Nordraum. Mit Familien werden perspektivisch 17.000 neue Menschen erwartet, von denen rund 5000 in der Stadt wohnen werden.
Darum müsse die Stadt auch Geld in die Hand nehmen, um die Infrastruktur dafür zu schaffen, so Hilbert. Das betreffe nicht nur den Bereich Bildung (etwa Ausbau BSZ Elektrotechnik), sondern auch Wasser (Ausbau durch SachsenEnergie) und natürlich Straßen und Brücken (etwa Neubau an der Fabricestraße).
Das wichtigste Vorhaben ist allerdings die Verlängerung der Linie 8 von Hellerau bis zum Airportpark.
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Finanzierung steht noch gar nicht
Jetzt steht fest: Von der Endhaltestelle soll die Bahntrasse über Vorerlenweg und Rähnitzer Allee bis unterhalb der Wilschdorfer Landstraße nahe dem Bosch-Werk weitergeführt werden. Von dort soll die Bahn über die Knappsdorfer Straße wieder zurückfahren. Geplant sind 1,8 Kilometer und zwei neue Haltestellen.
Doch damit müssen ESMC-Arbeiter künftig noch Hunderte Meter Richtung Norden zurücklegen. Die westlich gelegene GlobalFoundries-Fabrik ist noch weiter weg. Man habe mehrere Varianten untersucht, die näher an die Werke heranführten, so Baubürgermeister Stephan Kühn (47, Grüne).
Eine Trasse über die Wilschdorfer Straße wäre wegen Erschütterungen für die Halbleiterwerke problematisch, eine andere Trasse sei wegen möglicher Erweiterungen der Chip-Riesen verworfen worden. Eine westliche Trasse halte man sich als Option offen.
Die mangelnde direkte Anbindung ist nicht das einzige Problem. Auch die Finanzierung steht noch nicht. Insgesamt verschlingt das Projekt knapp 54 Millionen Euro, von denen Stadt und DVB mindestens 16 Millionen Euro aufbringen müssen.
Einen Baubeginn bis 2030 hält Kühn nicht für realistisch, zumal der Stadtrat die Pläne erst mal absegnen muss.
Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann, Steffen Füssel

