Weltweite Premiere: Lufthansa präsentiert besonderen A330 in Dresden
Dresden - Diese Premiere lockte sogar Pressevertreter aus anderen Ländern nach Dresden: Am Dienstag präsentierte Lufthansa bei den Elbe Flugzeugwerken (EFW) einen ganz besonderen A330. Erstmals ist dieser Airbus-Typ mit einer AeroSHARK-Installation ausgestattet worden.
Darunter ist eine Oberflächenstruktur zu verstehen, die nach dem Vorbild der Haifischhaut den Treibstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß von Flugzeugen senkt.
Dabei kommt eine Folie mit mikroskopisch kleinen Rillen, sogenannten "Riblets", zum Einsatz, die den Reibungs- sowie Luftwiderstand verringern und somit kostengünstigeres Fliegen ermöglichen.
"Mit Discover Airlines haben wir jemanden in unserer Gruppe gefunden, der sich für diese Technologie begeistert", sagt Soenke Burger (40), Leiter Entwicklung von AeroSHARK bei Lufthansa Technik, während der Vorstellung in einem Hangar der EFW.
Dort wird der Discover-A330-300 seit vergangener Woche von geschultem Fachpersonal mit der Folie beklebt. "Sie kommt auf einen Großteil des Rumpfes sowie der Triebswerksgondeln. Insgesamt 885 Quadratmeter Fläche", erklärt Kollege Johannes Helldorff (40).
Erst zu einem späteren Zeitpunkt würden Flügel und Leitwerk folgen, da der Zulassungs- und Zertifizierungsprozess in diesen beiden Fällen deutlich aufwendiger sei.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Effiziente Riblet-Folie erreicht erstmals Airbus-Welt
Dem Entwicklungsleiter zufolge könnte die Maschine dank AeroSHARK rund eine Tonne Kerosin pro Tag einsparen, was pro Jahr bis zu 300.000 Euro ausmachen würde. "Die Technologie rentiert sich vor allem auf der Langstrecke, weshalb auch der A330 ausgewählt wurde."
Eine Neuheit ist die effiziente Riblet-Folie nicht. Bereits 2019 stattete Lufthansa erstmals eine Boeing 747-400, später dann die Boeing 777 damit aus. Nun erreicht die Erfindung auch die Airbus-Welt. "Dabei können wir auf Erfahrung aus 400.000 Flugstunden zurückgreifen", so Burger.
Für die EFW ist es der erste Auftrag dieser Art. Das Unternehmen konnte Lufthansa in der Vergangenheit bereits mit seiner Expertise beim Business-Class-Umbau für den A380 überzeugen.
Wann und wo weitere Airbus-Maschinen mit AeroSHARK ausgerüstet werden, ist noch nicht bekannt.
Titelfoto: Montage: Norbert Neumann (2)

