Lange Schlangen bei DVB: Dresdner wollen 49-Euro-Ticket - auch Studenten sollen Upgrade kriegen

Von Jakob Anders, Maximilian Schiffhorst

Dresden - An manchen Tagen stehen bis zu 100 Menschen vor dem Reisezentrum der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) am Postplatz an. Sie wollen vor allem das eine: das Deutschlandticket für 49 Euro!

Man muss Zeit mitbringen, wenn man sein Deutschlandticket am Schalter der DVB am Postplatz besorgen will.
Man muss Zeit mitbringen, wenn man sein Deutschlandticket am Schalter der DVB am Postplatz besorgen will.  © Steffen Füssel

Seit dem 3. April ist die neue Variante des letztjährigen 9-Euro-Tickets zu kaufen. Ab 1. Mai geht es an den Start und gilt für den Personennahverkehr sowie überregional (mit Ausnahme von EC/IC/ICE). Wie der Vorgänger ist auch das Deutschlandticket nicht auf andere Personen übertragbar.

Erhältlich ist der Fahrschein als elektronische Version aufs Handy oder "handfest" als Chipkarte. Und die wird von vielen Dresdnern offenbar bevorzugt. Denn insgesamt sollen aus Dresden und Umgebung 48.000 Anträge auf die Chipkarte bei den DVB eingegangen sein - 8000 davon sind Neukunden.

"Zehntausende Anträge für eine Chipkarte können wir im April gar nicht mehr vollständig bearbeiten", erklärt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (54).

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Bis zum 10. April bestellte Deutschlandtickets werden pünktlich zum Mai da sein. Wer später bestellt hat, darf den Monat über dennoch mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) fahren.

In Bus und Bahn gilt dann auch die Bestellbestätigung als Fahrausweis.

Kateryna Kozlenko (19) hat ihre Monatskarte gegen die Deutschlandkarte umgetauscht. Sie macht in Dresden gerade einen Deutschkurs. Danach will die Ukrainerin hier studieren.
Kateryna Kozlenko (19) hat ihre Monatskarte gegen die Deutschlandkarte umgetauscht. Sie macht in Dresden gerade einen Deutschkurs. Danach will die Ukrainerin hier studieren.  © Steffen Füssel

Übers Smartphone geht's am schnellsten

VVO-Geschäftsführer Burkhardt Ehlen (55, l.) und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (54) werben für die App "DVBmobil", um schnell und unkompliziert an das Deutschlandticket zu kommen.
VVO-Geschäftsführer Burkhardt Ehlen (55, l.) und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (54) werben für die App "DVBmobil", um schnell und unkompliziert an das Deutschlandticket zu kommen.  © Steffen Füssel

Die schnellste und unkomplizierteste Möglichkeit jetzt noch direkt zum Start an sein Ticket zu kommen, ist per Smartphone.

Die Bestellung kann beispielsweise über die App "DVBmobil" erfolgen, die für IOS im App Store oder für Android im Google Play Store zur Verfügung steht.

Direkt im Ticketshop wird das Deutschlandticket als eigenständiger Menüpunkt angeboten. Dort gibt man, wie auch bei der Online-Bestellung, seine Daten und die Kontoverbindung für den Abschluss des Abos an.

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Nach der Eingabe erhält man zunächst eine Bestätigungsmail. Das Deutschlandticket selbst wird als Barcode jeweils rechtzeitig vor dem neuen Monatsbeginn auf das Handy gesandt und dort hinterlegt. Der Code kann deutschlandweit ausgelesen werden und macht das Handy zum überregionalen Fahrausweis.

Anders als beim Vorgänger schließt man mit dem Kauf ein Abo ab, das sich automatisch monatlich verlängert.

Semesterticket-Upgrade für Studenten

Dresdner Studenten sollen ab dem 1. Mai mit dem Semesterticket-Upgrade deutschlandweit Nahverkehrszüge, Busse und Straßenbahnen nutzen können. (Archivbild)
Dresdner Studenten sollen ab dem 1. Mai mit dem Semesterticket-Upgrade deutschlandweit Nahverkehrszüge, Busse und Straßenbahnen nutzen können. (Archivbild)  © Thomas Türpe

Auch für Studenten soll es ab dem 1. Mai ein deutschlandweit gültiges Nahverkehrsticket geben. Im Rahmen eines Upgrades ist vorgesehen, dass sie nur den Differenzbetrag zwischen dem Semesterticket und dem Deutschlandticket bezahlen - dies wären 17,30 Euro pro Monat.

Während in Chemnitz bereits seit dem 17. April das Ticket-Upgrade über eine Online-Plattform bestellt werden kann, müssen sich die Dresdner Studenten jedoch weiterhin in Geduld üben.

VVO-Sprecher Christian Schlemper (43) erklärte auf TAG24-Anfrage: "Wir setzen derzeit ein Projekt mit zwölf Hochschulen, einem Verbund und einem Verkehrsunternehmen um, bei dem zahlreiche Schnittstellen funktionieren müssen. Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an der Upgrade-Lösung."

Auch wenn es nur noch wenige Tage sind, zeigt er sich optimistisch, dass das Angebot noch rechtzeitig eingeführt werden kann.

Zudem könnten Studenten laut dem Sprecher auch noch ein Ticket-Upgrade nach dem 1. Mai für den Monat Mai erwerben.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Steffen Füssel

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