Frachteinbruch für die Elbe-Schiffer: Sächsische Binnenhäfen in Sorge!

Dresden - Flaute auf der Oberelbe: An den Häfen von Dresden, Riesa und Torgau ist die Zahl der Binnenschiffe im vergangenen Jahr drastisch gesunken.

Am Dresdner Hafen floriert der Güter-Verkehr - allerdings nicht per Schiff.
Am Dresdner Hafen floriert der Güter-Verkehr - allerdings nicht per Schiff.  © Petra Hornig

Dennoch verkündete der Betreiber, die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO), am Dienstag eine Rekord-Bilanz für 2021. Denn die Häfen werden zunehmend zum Umschlagplatz für den Gütertransport auf Schiene und Straße.

Die 102 Mitarbeiter der SBO-Häfen - zu denen neben Dresden, Riesa und Torgau auch der Hafen im brandenburgischen Mühlberg zählt - konnten im vergangenen Jahr 43.624 Tonnen Güter auf Binnenschiffe verladen. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es noch 63.990 Tonnen.

Der Hauptgrund für den Rückgang liege in der weltweiten Störung der Lieferketten, erklärte SBO-Chef Heiko Loroff (53), als er am Dienstag die Jahresbilanz vorstellte. "Schiffe kommen teilweise drei bis vier Monate zu spät, Container sind teils nicht verfügbar."

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Der Wasserstand der Elbe sei momentan nicht das Problem - eigentlich wären rund 40 Prozent mehr Schiffstransporte möglich.

2021 lediglich ein Schiff abgefertigt

Chef Heiko Loroff (53) präsentierte am Dienstag die Jahresbilanz der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe.
Chef Heiko Loroff (53) präsentierte am Dienstag die Jahresbilanz der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe.  © Petra Hornig
Dieser Anblick wird immer seltener: Binnenschiffe im Dresdner Hafen.
Dieser Anblick wird immer seltener: Binnenschiffe im Dresdner Hafen.  © Petra Hornig

Den Tiefstand markiert der für rund 18,6 Millionen Euro modernisierte Torgauer Hafen: Hier wurde im gesamten Jahr 2021 lediglich ein Schiff abgefertigt. SBO-Chef Loroff hatte eigentlich auf Getreide- und Düngemitteltransporte gehofft, doch die Aufträge blieben aus. Aktuell würden jedoch Verhandlungen laufen.

Die SBO feierte 2021 dennoch als Erfolgsjahr, zählte insgesamt 2,28 Millionen Tonnen Güterumschlag in Dresden, Riesa, Torgau und Mühlberg. Das sei der höchste Wert seit 1990.

Am schwersten wiegen der Transport per Lkw (1,28 Millionen Tonnen) und per Eisenbahn (0,96 Millionen Tonnen).

Titelfoto: Montage: Petra Hornig (2)

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