"Ein Herz aus Schokolade" in der Comödie: Liebe und Pralinen-Lust

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Von Lilly Vostry

Dresden - Chocolatier Henri verliert seine Frau, und damit auch seinen Geschmack für Süßes. Wie das geheilt werden kann, erzählt mit vielen komischen Verwechslungen das Stück "Ein Herz aus Schokolade" von Valerie Setaire. Die Premiere der romantischen Komödie war am Freitag in der Comödie.

Süße Leidenschaften: Chocolatier Henri (Markus Majowski) wird bald von zuckerliebenden Damen wie Sophie (Dorothea Kriegl) begehrt.
Süße Leidenschaften: Chocolatier Henri (Markus Majowski) wird bald von zuckerliebenden Damen wie Sophie (Dorothea Kriegl) begehrt.  © Robert Jentzsch

Der Caféraum strahlt so weiß, dass all die Schokopralinen im charmant-nostalgischen Ambiente noch verlockender wirken. Natürlich darf das Schokoladenmädchen aus dem bekannten Gemälde von Liotard nicht fehlen.

Das Bild ist der symbolische Dreh- und Angelpunkt in dieser turbulenten Geschichte. Mit viel Humor und doppeldeutigen Dialogen, begleitet von stimmungsvollen Klängen von Matthias Kube, kam die Inszenierung unter Regie von Peter Kube auf die Bühne.

Hinter der süß-verlockenden Kulisse der Chocolaterie geht es zunächst knallhart um Geschäftliches: Aufgeben oder Weitermachen? In Henri streiten Liebeskummer, Wünsche, Nöte und Sehnsüchte heftig miteinander.

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Henris Hausarzt Dr. Louis Licht (als hemmungsloser Genussmensch und Pralinentester: Andreas Pannach) zieht mit dem neuen Praktikanten Pascal (Philipp Andriotis) die Fäden im Hintergrund, um den Laden von Henri wieder flottzubekommen: Sie geben heimlich eine Kontaktanzeige für ihn auf.

Schon bald bewerben sich allerlei Damen und umgarnen Henri, der seinerseits eine Stellenanzeige für eine neue Verkäuferin aufgegeben hat. Das sorgt für Chaos, Verwirrung und Missverständnisse.

"Ein Herz aus Schokolade" erntet herzlichen Beifall

Den Eigenbrötler, Schwerenöter und Sturkopf mit Leidenschaft für Schokolade spielt nonchalant und trocken humorvoll Markus Majowski, bekannt als Sat.1-Comedystar ("Die Dreisten Drei"). Sein Freund Dr. Licht tröstet ihn und hat selbst Kummer. Beide schauen tief ins Weinglas, reden übers Älter- und Verlassenwerden. Den jungen Schokoladenvertreter Pascal, der bald auch seine eigenen köstlichen Pralinen kreiert, sieht Henri zunächst nur als Störenfried und Konkurrent.

Nicht so leicht abwimmeln lassen sich die Damen in der Chocolaterie, allesamt gespielt von Publikumsliebling Dorothea Kriegl in schnellem Perücken- und Kostümwechsel mit viel Temperament - mal bieder mit bayrischem Akzent, mal kess berlinernd mit flotter Zunge oder Henri langsam-lasziv den Kopf verdrehend. Zuletzt erscheint mit Sophie die langersehnte Frau, die nicht nur gern Schokolade mag, sondern auch charmant Henris verhärtetes Herz zum Schmelzen bringt.

Herzlicher Beifall vom Publikum für einen herzerwärmenden Theaterabend für Geist und Sinne.

Titelfoto: Robert Jentzsch

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