Gojko kam zur Taufe - für Fans ein großer Moment
Radebeul - Für eine ganz besondere Frau kam DEFA-Chefindianer Gojko Mitić (86) am Samstag nach Radebeul. Ihr Name: Sitopanaki ("Deren Füße singen, wenn sie geht"). Im Kultfilm "Die Söhne der Großen Bärin" (1966) war sie die Frau von Kriegerhäuptling Tokei-ihto - der Glanzrolle von Gojko Mitić. 60 Jahre später taufte Mitić die aufwendig restaurierte, lebensgroße Blackfoot-Figur im Karl-May-Museum auf den Namen "Sitopanaki". Mehr als 200 Fans ließen sich das nicht entgehen.
"1965 - während der Dreharbeiten - war ich das erste Mal im Karl-May-Museum", verrät Mitić. Seitdem ist er dem Museum verbunden, warb bei Lesungen aus Liselotte Welskopf-Henrichs Roman "Die Söhne der Großen Bärin" um Spenden für die Restaurierung der Frauenfigur.
Diese gehört zu den drei ersten Figuren, die bereits zur Museumseröffnung 1928 ausgestellt waren. 13 weitere kamen hinzu.
"2016 haben wir ein Projekt zur Restaurierung aller 16 Figuren gestartet, mit Sitopanaki sind 14 Kostümfiguren wieder in hervorragendem Zustand", so Sammlungsleiter Robin Leipold (38). Rund 80.000 Euro hat die Frischekur bis dato gekostet.
Allein für Blackfoot-Frau Sitopanaki schlagen 15.000 Euro zu Buche. Ihr Körper wurde stabilisiert und überholt, Kleidung und Schmuck komplett neu und originalgetreu angefertigt.
Gojko Mitić kommt bald wieder nach Sachsen
Das Kleid, bestickt mit über 12.000 mehr als hundert Jahre alten Perlen, ist ein Meisterwerk von Bernd Büttner (66), der dafür drei Jahre benötigte. Das ursprüngliche Hirschlederkleid stammt aus der Zeit vor 1840. Es gehört zu den wertvollsten Stücken des Museums und wird jetzt schonend verwahrt.
Taufpate Mitić ist von "seiner" Sitopanaki begeistert: "Eine wunderbare Figur, ihr Kleid ist hervorragend, voller Detailtreue." Trotz seines hohen Alters strahlt Mitić noch immer Sportlichkeit aus.
"Ich gehe jeden Tag vor dem Frühstück in der Dahme schwimmen, auch im Winter", verrät er. "Ich habe einen großen Willen und lebe gesund. Trotzdem kann ich nicht überall sein, manchmal muss ich auch Anfragen absagen."
Der nächste Termin in Sachsen steht allerdings schon fest in Gojkos Kalender: Am 26. September wird er in Heeselicht (bei Stolpen) eine Sandsteinstele mit einer "Großen Bärin" einweihen - "an der Stelle, wo bei den Dreharbeiten das Indianerdorf stand".
Titelfoto: Ove Landgraf

