Kinder im Hygiene-Museum: Große Gefühle für kleine Besucher

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Dresden - Jeder kennt Wut, Ekel, Angst - aber auch Freude oder Überraschung. Aber was ist das eigentlich, wo kommt es her und wie kann man damit umgehen? Antworten bietet die Mitmach-Ausstellung "Große Gefühle" im Hygiene-Museum. Kinder (und alle anderen) können auf eine Reise in die Welt der Emotionen gehen. Es zeigt sich: Für große Gefühle ist keiner zu klein.

Mehr oder weniger gruselige Sounds gibt es in der stillen Disco von "DJ Schlotter".
Mehr oder weniger gruselige Sounds gibt es in der stillen Disco von "DJ Schlotter".  © DHMD/Anja Schneider

In den Pixar-Animationsfilmen "Alles steht kopf" war es schon einmal gelungen, mit verspielten Figuren dem Gefühlschaos junger Menschen fantasievoll ein visuelles, nachvollziehbares Gesicht zu geben.

Ähnliches gelingt derzeit dem Dresdner Hygiene-Museum mit der Mitmach-Ausstellung "Große Gefühle": Besucher ab etwa 5 Jahren sind eingeladen, sich auf "eine lustige, ärgerliche, eklige und schöne" Expedition zu begeben und - wie das Museum lockt - "sich selbst und andere dabei besser kennenzulernen." Einige Grundgefühle finden sich als "Empfangskomitee" mittels KI-generierter Figuren: Langeweile, Stolz, Liebe oder Zuneigung.

Sechs Gefühle werden konkreter unter die Lupe genommen. Auf einem beweglichen Holzbrett lassen sich kleine Kugeln durch ein Labyrinth aus Gehirnwindungen balancieren. Darin befinden sich Löcher, die für Gefühle wie Ekel, Freude, Trauer oder Angst stehen.

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Die Eindrücke der sinnlichen Reize können die Kinder in einem Mimik-Spiegel am eigenen Gesicht wiedererkennen.

Hier ist Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Knallbunt ist das Modell für "Freude" in der Mitmach-Ausstellung "Große Gefühle" im Hygiene-Museum.
Knallbunt ist das Modell für "Freude" in der Mitmach-Ausstellung "Große Gefühle" im Hygiene-Museum.  © Sebastian Kahnert/dpa

Mitmachen wird wörtlich genommen: Beim Stichwort Freude können Figuren aus bunter Knete geformt werden, die Teil der Ausstellung werden.

Für das Gefühl der Überraschung steht eine große Truhe mit Kostümen und Gegenständen zum Zaubern bereit. Mädchen und Jungen dürfen zudem in knallrote Wut-Umhänge schlüpfen und das Gefühl dann einfach weg schütteln.

Die Kinder können einem schwarzen Stein - dem "Trauerkloß" - den verborgenen bunten Inhalt entlocken, ihn mittels "Kummerlappen" aber auch wieder schwarz färben.

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Zudem können sie in der stillen Disco von "DJ Schlotter" zu gruseligen Sounds per Kopfhörer tanzen und mittels Smartphones am Mischpult die Beats kontrollieren.

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Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Dezember zu sehen

Kinder der Kita "An der Cockerwiese" testen das Gehirn-Labyrinth vor den Figuren für "Angst" oder "Überraschung".
Kinder der Kita "An der Cockerwiese" testen das Gehirn-Labyrinth vor den Figuren für "Angst" oder "Überraschung".  © DHMD/Anja Schneider

Kinderausstellungen hätten sich bislang als Erfolgsmodell für das Hygiene-Museum erwiesen, "Große Gefühle" soll daran anknüpfen, sagt Museumsdirektorin Iris Edenheiser. Ihr Wunsch sei, dass die Ausstellung über den Besuch hinaus wirke und Gefühle dann auch Thema im elterlichen Haus werden. Gefühle seien etwas, was Erwachsene heute oftmals erst spät in Therapien kennenlernen: "Je früher man aber damit anfängt, desto besser."

Die Schau versteht Edenheiser als Ergänzung zur aktuellen Sonderausstellung "Wie geht's?" über mentale Gesundheit. Die berühre mitunter recht schwere Themen, weshalb man den Besuch für ein Mindestalter ab zwölf Jahren empfehle. "Gleichzeitig möchten wir auch etwas für jüngere Kinder und ihre Familien anbieten". Und das mit viel Spaß, so etwa beim geplanten Familienfest "Gefühl-Gewühl" am 29. August mit Gefühlsachterbahn, Wasserspielplatz und Kinderdisco.

Die Ausstellung wurde vom Ludwigsburg Museum und den Städtischen Museen Esslingen am Neckar übernommen und läuft mit großem Begleitprogramm für Kita-Kinder und Mädchen und Jungen in der Grundschule bis zum 6. Dezember.

Titelfoto: DHMD/Anja Schneider

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