Nach 140 Jahren: Kraszewskis letzter Roman endlich erschienen
Dresden - "Gräfin Cosel", "Brühl" und "Aus dem Siebenjährigen Krieg" - die berühmte Sachsen-Trilogie des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) steht bis heute in Tausenden sächsischen Haushalten im Bücherregal.
Dank des Dresdner Autors und Journalisten Christoph Münch (63) erscheint nun erstmals in Deutsch Kraszewskis letzter Roman "Sachsendämmerung. August III." (292 Seiten, 18 Euro; Books on Demand).
"Er wurde vor genau 140 Jahren geschrieben und zwei Jahre nach Kraszewskis Tod postum veröffentlicht", weiß Münch. "Wahrscheinlich ist er in der Fülle von Kraszewskis Werken untergegangen." Mit rund 240 Romanen und Erzählungen galt der Pole als einer der Produktivsten des 19. Jahrhunderts.
Münch, der über polnische Grundkenntnisse verfügt, feilte mittels drei Übersetzungsprogrammen und viel Fleiß an der deutschen Erstausgabe der "Sachsendämmerung".
Sie entführt ins Jahr 1763, dem letzten Lebensjahr von August III., seinem Premierminister Heinrich von Brühl und dem Ende der sächsisch-polnischen Union.
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Das fasziniert Autor Christoph Münch an Kraszewskis Romanen
"Was mich an der Übersetzung besonders fasziniert hat: Kraszewskis Romane sind faktisch schon wie Drehbücher geschrieben", so Münch.
Kein Wunder also, dass sie der sechsteiligen DDR-Verfilmung "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" (1985, mit Rolf Hoppe, Eberhard Esche, Ezard Haußmann, Marita Böhme) als Vorlage dienten.
"Kraszewski verbrachte mehr als zwei Jahrzehnte seines Lebens in Dresden, bis er wegen seiner Zusammenarbeit mit Frankreich 1883 verhaftet wurde und Sachsen verlassen musste", erklärt Münch.
Im ehemaligen Wohnhaus an der Prießnitz befindet sich heute das Kraszewski-Museum.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/piemags, privat, PR

