Serkowitzer Volksoper zeigt "Es geht um die Wurst": Mozart an Marionetten-Fäden

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Dresden - An einer Jahrmarkt-Bratwurstbude spielt die neue Produktion der Serkowitzer Volksoper "Es geht um die Wurst - Eine turbulente Verführung frei nach Mozart". Gewohnt skurriler Spaß mit ein paar Fragezeichen.

Singen und spielen mit angehefteten Kostümabbildungen (v.l.): Dorothea Wagner, Cornelius Uhle und Fanny Lamers.
Singen und spielen mit angehefteten Kostümabbildungen (v.l.): Dorothea Wagner, Cornelius Uhle und Fanny Lamers.  © Robert Jentzsch

Die Premiere war am Montag auf der Zirkuswagenbühne in der Sommerwirtschaft Saloppe.

Es ist eine Neuinterpretation des Stückes "Die Entführung auf dem Jahrmarkt - Mangelwirtschaft in Serkowtz" (2015) von Wolf-Dieter Gööck (Text) und Milko Kersten (musikalische Bearbeitung).

In der Regie von Clemens Kersten wurde die Stückvorlage aktualisiert. Das Berliner Ausstatter-Duo Arina Balas und Joshua Tewes-McCoy sorgt mit Bühnen- und Kostümbild zudem für einen neuen, frischen Look.

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Eine kleine Schauspieltruppe will auf einem Jahrmarkt Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" als Puppenspiel aufführen, doch sind ihnen Puppen und Spieler abhandengekommen, weshalb sie selbst als Marionetten an Strippen agieren müssen

Diese Oper ist das Zentrum des Stücks und zündet.

Zur Musik des Minimalorchesters Musi nad Labem (Michael Schütze, Daniel Rothe und Karina Müller) übernehmen Cornelius Uhle (Bariton), Dorothea Wagner (Sopran) und Neuzugang Fanny Lamers (Sopran) 19 Rollen, heften sich die "Kostüme" (eigentlich sind es nur ausgeschnittene Kostümabbildungen) in schnellem Wechsel an die Brust - und wirken so wie lebendige Papiertheater-Figuren. Eine freche, urkomisch gespielte, wunderbar gesungene Mini-Oper.

Fazit: Sommerliches Musiktheater bietet herrliche Unterhaltung

Etwas befremdlicher ist die Rahmung, in der Jahrmarktbesucher aufeinanderprallen, ein Querschnitt sächsischer Bürger. Ein Familienvater, eine Nonne, aber auch Neonazis mit Baseballschlägern (und Dynamo-Trikot), die eine sächselnde Muslima bedrohen: "Die Bratwurst ist gemacht aus Schwein, geht das in eure Rübe rein?"

Das will bissige Zeitkritik sein, ist eher schrille Provokation. Witziger etwa eine Influencerin, die sich bei Selfies für einen Bratwursttest von klassischer Musik belästigt führt.

Unterm Strich aber ist dieses sommerliche Musiktheater herrliche Unterhaltung.

Weitere Termine bis 16. September: serkowitzer-volksoper.de

Titelfoto: Robert Jentzsch

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