Ahorn-Alarm im Großen Garten: Baumpfleger legen die Hacke an

Dresden - Als hätten die Gärtner im Großen Garten mit der Trockenheit der vergangenen Jahre nicht schon genug Ärger, macht sich im Park nun eine expansive Baumart breit. Diesen Vorstoß wollen die Verantwortlichen in Dresdens "grüner Lunge" verhindern - und starten im Herbst eine Aktion.

Projektmitarbeiterin Eva Gruhl (33) hat mit ihrer Gartenhacke bereits einen Spitzahorn entfernt.
Projektmitarbeiterin Eva Gruhl (33) hat mit ihrer Gartenhacke bereits einen Spitzahorn entfernt.  © Thomas Türpe

Die vergangenen Sommer waren für den Park und seine rund 17.500 Bäume eine echte Herausforderung. Zu wenig Wasser sorgte dafür, dass viele Bäume abstarben.

"Wir hatten in den letzten Jahren das Zehnfache an Baumverlusten" erklärt Chef-Gärtner Claudius Wecke (40) vom Schlösserland Sachsen. Im Durchschnitt geht pro Tag ein Baum verloren.

Doch die entstandenen Lücken blieben nicht lange unbesetzt. Sofort war der Spitzahorn mit seinen Propeller-Samen zur Stelle, nun treiben 96 Junior-Bäume aus.

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"Das ist ein Problem, hier entstehen Monokulturen", sagt Wecke.

Gärtner planen "Parkseminar"

Chef-Gärtner Claudius Wecke (40) möchte für eine Mischkultur im Großen Garten sorgen.
Chef-Gärtner Claudius Wecke (40) möchte für eine Mischkultur im Großen Garten sorgen.  © Thomas Türpe
Die jungen Eichen werden mit Gittern und Konstrukten vor Fressfeinden und Vandalismus geschützt.
Die jungen Eichen werden mit Gittern und Konstrukten vor Fressfeinden und Vandalismus geschützt.  © Thomas Türpe

Eine Einladung für Pilzkrankheiten, etwa der Rußrindenkrankheit. Die ist auch für den Menschen gefährlich, sorgt für Entzündungen in der Lunge.

Um dieser Gefahr zu begegnen, planen die Gärtner nun ein "Parkseminar". Am 13. und 14. Oktober können sich dort Freiwillige zusammenschließen, um mit Gartenhacke und Mulchgerät dem Ahorn den Garaus zu machen.

Auf die frei werdenden Stellen kommen dann Eichensetzlinge und Sträucher. Infos unter: wissen.schloesserland-sachsen.de/klimawandel.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe

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