Dresden - Alarmstufe Rot! An manchen Ampeln in Dresden schaffen es Fußgänger bei Grün kaum über die Straße. Die Stadt verteidigt die kurzen Grünphasen, doch im Internet sorgen Dresdens Ampeln schon länger für Debatten. Derzeit läuft sogar eine Petition.
An der Pirnaer Landstraße (Ecke Dieselstraße) sieht Anwohnerin Susann Scheinpflug (42) täglich, wie Passanten an der Ampel über die Straße hetzen. Gleich nebenan liegen ein Pflegeheim, eine Schule, Geschäfte.
"Senioren oder Rollstuhlfahrer können die Straßenseite nicht wechseln, ohne dass die Ampel mittendrin auf Rot springt", sagt sie. Auch Passant Steffen Römer (65) ärgert die knappe Grünphase von rund sieben Sekunden.
"Das ist schlichtweg zu kurz." Kein Einzelfall: An der Reicker Straße nahe der Christuskirche springt die Fußgängerampel ebenfalls nach wenigen Sekunden auf Rot - keine Chance bei ruhigem Gehtempo.
Was soll das?
Auto-Ampel nicht sofort grün, wenn Fußgänger-Ampel rot wird
"Grundsätzlich ist es für Fußgängerinnen und Fußgänger nicht erforderlich, mit einer Ampelanlage geregelte Fußgängerüberwege vollständig bei Grün überqueren zu können", erklärt die Stadt.
An der Ampel in Leuben könnten derzeit "zwei Drittel der Fahrbahn während der Freigabezeit gefahrlos überquert werden", außerdem gebe es eine Schutzzeit für Fußgänger. Die Auto-Ampel wird also nicht sofort grün, wenn die Fußgänger-Ampel rot wird.
"Aber oft fahren Autofahrer bei Rot über die Straße", sagt Susann Scheinpflug. "Ich lasse meinen neunjährigen Sohn ungern alleine gehen." Nicht das einzige Problem: Im Internet sind auch lange Wartezeiten an Dresdner Ampeln Thema.
"Ich glaub, da gibt es keine Planung. Die würfeln einfach", unkt ein Nutzer. Noch dazu läuft derzeit eine Petition gegen widersprüchliche Ampelschaltungen.
Nach welchen Regeln sind Dresdens Ampeln also eigentlich geschaltet? Eine Anfrage dazu ließ das Rathaus zunächst unbeantwortet.