Dresden - Es ist ein wichtiger Meilenstein, den Projektbeteiligte am Dresdner Hauptbahnhof erreicht haben: Auf der Westseite des neuen Kreuzungsbauwerks konnte die Eisenbahnüberführung betoniert werden. Dafür liefen Pumpen im Dauereinsatz.
"Wir haben am späten Mittwochabend mit dem Betonieren begonnen und es vor dem Zeitplan am Donnerstagnachmittag abgeschlossen", erklärt Lars Enzmann (49), Projektleiter für die Ausbaustrecke Dresden - Leipzig (VDE 9).
Entstanden sei dabei eine rund 1000 Quadratmeter große Fläche - bestehend aus einer Decke und einer Bodenplatte (jeweils 1,30 Meter dick) sowie einem Vollrahmen. "Dafür wurden 1200 Kubikmeter Beton, also rund 3000 Tonnen eingebracht."
Im Akkord hätten Mischer das Material für die zwei Betonpumpen von mehreren Werken herangeschafft. "Es waren etwa 130 Fahrten nötig", berichtet Enzmann. Mit sogenannten Rüttelflaschen sei der Beton verdichtet und anschließend noch geglättet worden.
"Der Beton muss nun aushärten. Zur Vermeidung von Erschütterungen sind die zwei nebenliegenden Gleise eine Woche lang gesperrt", so der 49-Jährige. Dies habe für Fahrgäste jedoch keine besonderen Auswirkungen.
Freigabe der Strecke nach Freital ab Ende November dieses Jahres
Bis auf der betonierten Überführung die Gleise (zwei aus Richtung Neustadt, eines aus Richtung Altstadt) liegen und die Oberleitung gespannt ist, dauert es noch. Die Fertigstellung des Bauwerks ist mit einer kurzzeitigen Knotensperrung zur Inbetriebnahme für Ende 2027 geplant.
Zunächst können im unteren Teil die zwei Streckengleise nach Freital (Sachsen-Franken-Magistrale) wieder in Betrieb genommen werden. Voraussichtlich ab 30. November 2026 endet für Reisende daher auf den Linien RE3, RB30 und S3 dann die lange Durststrecke mit Schienenersatzverkehr.
"Wir kommen gut voran. Bislang hat uns die Witterung sehr unterstützt", gibt sich Holger Braune (49), Teamleiter Realisierung des VDE 9, für den weiteren Bau-Ablauf zuversichtlich.
Er betont, dass das neue Kreuzungsbauwerk vom Geräuschpegel her viel leiser sein wird. "Früher waren die Gleise direkt auf der Stahlschicht wie eine feste Fahrbahn aufgeschraubt. Künftig liegen die Schienen auf Schotter und dem Betonuntergrund."
Dank der Anhebung der Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 80 km/h soll zudem die Kapazität des Eisenbahnknotens erhöht werden.