Bieter-Krimi ums Lingnerschloss geht in finale Phase

Dresden - Wer kauft das Erbbaurecht und übernimmt das Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre? Beide Bietergruppen stellten ihre Pläne den Stadträten vor - die haben bislang noch keinen klaren Favoriten.

Die Zukunft des Lingnerschlosses ist offen.  © Norbert Neumann

Die Ratsvorlage von OB Dirk Hilbert (54, FDP) empfiehlt den Verkauf für 1,65 Millionen Euro an Thomas Bohn (59) und Oliver Kreider (60). In einer unverbindlichen Abstimmung im Finanzausschuss stimmten der OB selbst und die AfD-Fraktion (hat sich festgelegt) dem Übertragungsplan zu.

Linke, PVP und FDP/FB lehnten ab, der Rest enthielt sich. "Pari pari", beschrieb FDP/FB-Stadtrat Michael Hauck (63, Freie Bürger) die Situation, "beide Gruppen nehmen sich nicht viel". Da sich viele Räte noch ihre Meinung bilden, ist die Ratsabstimmung am 3. September weiter offen.

Narrenhäusel-Bauinvestor Frank Wießner (52) warb Dienstag für seine Bietergruppe "Ein Schloss für alle", der aktuell 15 Personen angehören. Diese beteiligen sich anteilig (mindestens je 95.000 Euro), um die 1,7 Millionen Euro fürs Angebot aufzubringen.

Dresden Lokal Reporterin ins Klassenzimmer geschleust: Wallraff nimmt sächsische Waldorfschulen ins Visier

Die Vielfalt an Persönlichkeiten (Unternehmer, Apotheker, Händler) und deren Netzwerk sei für eine Schlossbetreibung vorteilhaft, so Wießner. Auch könne man mögliche interne Unstimmigkeiten mit Mehrheitsbeschluss lösen - auch noch in Jahrzehnten.

Anzeige

Wießner: "Wir bieten der Stadt eine Rückkaufoption an"

Bauinvestor Frank Wießner (52) warb für seine Bietergruppe "Ein Schloss für alle".  © Eric Münch
Vorständin Ines Eschler (63) vom (insolventen) Fördervein.  © Eric Münch

"Wir bieten der Stadt eine Rückkaufoption an", erklärte Wießner zudem eine Besonderheit. Sollte die Stadt nicht mehr zufrieden sein mit den Schlossherren, könne sie sich die Liegenschaft für die gezahlte Kaufsumme zurückholen. Das motiviere zudem, das Schloss im Sinne der Gesellschaft zu betreiben.

Außerdem reichten Wießner und Co. dem insolventen Förderverein die Hand. Dessen Vorständin Ines Eschler (63) hatte sich für Bohn/Kreider ausgesprochen, die den Verein wertschätzten und künftig breit mit einbinden wollten.

Gegenüber Teilen der 15-köpfigen Bietergruppe habe man aufgrund früherer Unstimmigkeiten Vorbehalte. "Wir kennen die Arbeit des Fördervereins", betonte Gruppenmitglied Karin Meyer-Götz (77), "die haben Großartiges geleistet".

Dresden Lokal Budapester Straße seit heute wieder offen

Wießner (war selbst Vereinsmitglied) plädierte dafür, frühere Streitigkeiten ruhen zu lassen: "Wir wollen mit dem Verein zusammenarbeiten." Das gebiete der Respekt und sei selbstverständlich.

Mehr zum Thema Dresden Lokal: