Dresden - Ein deutsches Traditionsunternehmen verabschiedet sich Ende dieses Jahres aus Dresden. Der bayerische Mode- und Textil-Einzelhändler Wöhrl macht seine Filiale auf der Prager Straße dicht.
"Wir wären gerne in Dresden geblieben, zumal wir bereits seit 1996 in der Stadt präsent sind und erst vor wenigen Jahren den aktuellen Standort bezogen haben", kommentiert Wöhrl-Vorstandsvorsitzender Thomas Weckerlein (58) die Entscheidung.
Grund für das Aus in der Dresdner Innenstadt: der Vermieter, ein institutioneller Investor, habe unerwartet von seinem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht.
Die Suche nach einem neuen Standort sei bislang erfolglos verlaufen. "Leider konnte kein Objekt gefunden werden, das den Anforderungen an ein modernes Shopping-Erlebnis gerecht wird", teilt das Unternehmen mit.
Den rund 25 Dresdner Mitarbeitern sei bereits im Juni angeboten worden, an den neuen Wöhrl-Standort in Chemnitz wechseln zu können. Ein Teil der Belegschaft habe sich dafür offen gezeigt und das Angebot angenommen.
Hoffnung besteht, dass Wöhrl noch einmal nach Dresden zurückkehrt
Am scheidenden Standort auf der Prager Straße muss jetzt alles raus. Ab dem 8. Oktober startet deshalb ein großer Sale. Markenmode für Damen und Herren werde dann zu sehr günstigen Preisen angeboten.
Das Familienunternehmen hatte den Standort mitten in der City erst Anfang 2020 bezogen, wechselte von der Prager Straße 8 in die Geschäftsräume mit der Hausnummer 11.
Trotz des Ausverkaufs und der Schließung zum Jahresende besteht weiter Hoffnung, dass Wöhrl eines Tages erneut in Dresden aufschlägt: "Wir werden auch weiterhin den lokalen Immobilienmarkt sorgsam beobachten, ob sich neue Chancen bieten", so Weckerlein.
Wer auf die Mode des Nürnberger Unternehmens nicht verzichten kann, findet weiter geöffnete Filialen in Leipzig, Plauen und - ab November - auch in Chemnitz.